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Essen: Wegberg-Beeck holt in Essen „zwei Punkte zu wenig“

Essen : Wegberg-Beeck holt in Essen „zwei Punkte zu wenig“

Und der gegnerische Trainer widersprach nicht: „Das sind zwei Punkte zu wenig“, hatte Friedel Henßen gesagt — und das Statement des Beecker Teamchefs traf es auf den Punkt. Die Gäste hatten an der Essener Hafenstraße in der zweiten Hälfte das Spiel kontrolliert und hätten angesichts ihrer Chancen die volle Ausbeute mitnehmen müssen.

„Aber wir bleiben bescheiden, wir können mit einem Punkt in Essen gut leben. Irgendwann kassieren wir den Lohn in Form von drei Zählern.“ Mit dem 1:1 (1:0) vor 5337 Zuschauern bei Rot-Weiss Essen war der Aufsteiger in die Fußball-Regionalliga schon ein Sieger.

Der Sieg beim 1. FC Köln II hatte den Beeckern gut getan: Das gewachsene Selbstbewusstsein war nach den zuletzt guten Auftritten spürbar. Mutig agierten sie nach vorne — Sahin Dagistan (2.) setzte sich gleich rechts durch, seine Flanke parierte RWE-Keeper Robin Heller aber. Glück für Wegberg-Beeck, dass ein Freistoß von Kevin Grund (7.) aus 20 Metern nur an die Unterkante der Latte ging, den Nachschuss köpfte Sebastian Wilms von der Linie.

Wegberg-Beeck kombinierte bis zum oder sogar in den gegnerischen Strafraum durchaus gefällig, doch der letzte Pass kam nicht an. Joshua Holtby (21.) versuchte es mal aus der Distanz — zu hoch. Wirklich Zwingendes zeigten die Gastgeber, die die Spielkontrolle übernommen hatten, aber auch nicht, die besten Chancen waren ein Schuss von Benjamin Baier (24.) aus 20 Metern, den Kai Pröger nach einem Angriff über links in Szene gesetzt hatte, und eine Flanke von Kamil Bednarski (29.), bei der Pröger aber einen Schritt zu spät kam. Nur eine Minute später schaltete Bednarski nach einer Ecke von Philipp Zeiger am schnellsten — 1:0 für die Gastgeber.

Hälfte zwei — die Sonne hatte sich inzwischen verkrochen. Anders die Gäste, die gleich Druck machten: Mark Szymczewski (49.) zog rechts davon, doch sein Abschluss wurde zu einer leichten Beute für Heller. Dann die 57. Minute — Trainer Dirk Ruhrig hatte Marius Müller schon zur Bank beordert — Ecke, abgewehrt, doch Shpend Hasani kam noch an den Ball und hämmerte ihn aus 20 Metern zum Ausgleich ins Tor: 1:1. „Ich habe ihn angenommen und einfach mal geschossen“, freute sich Hasani, „super, dass ich der Mannschaft helfen konnte.“ Eine Minute später ging es raus für den 21-Jährigen, Müller übernahm.

Beeck setzte energisch nach: Im nun strömenden Regen ließ Sahin Dagistan (76.) die Essener Abwehr stehen, doch Heller lenkte den Ball in höchster Not noch mit den Fingerspitzen zur Ecke. Glück hatten die Gäste bei einem schnellen Konter, als Zabel schon ausgespielt war, dass die Szene abseits war. Dann hielt Thomas Lambertz (85.) einfach mal drauf — wieder klärte Heller in Not zur Ecke. Und eine Möglichkeit der Marke 100 Prozent hatte der gerade eingewechselte Nico Czichi, der nach einer Flanke von Holtby freistehend am Pfosten vorbeischoss. Nach einem Konter von Philipp Zeiger hätte Marcel Platzek den Spielverlauf noch auf den Kopf stellen können, doch Fäuster klärte.

„Wir haben erst nach dem Rückstand angefangen, richtig Fußball zu spielen, und das haben wir nach der Pause richtig gut gemacht“, kommentierte FC-Kapitän Maurice Passage strahlend. „Wir sind so weit, dass wir uns nun auch die Chancen herausarbeiten. Jetzt müssen wir die Hundertprozentigen aber auch noch machen.“