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Verviers: Wachablösung: Ovtcharov bezwingt Boll beim Weltcup in Verviers

Verviers : Wachablösung: Ovtcharov bezwingt Boll beim Weltcup in Verviers

Dimitrij Ovtcharov hat die Wachablösung bei den deutschen Tischtennis-Herren nach mehr als elf Jahren vollzogen. Der Europameister gewann das kleine Finale beim Weltcup im belgischen Verviers, gut 25 Kilometer südwestlich von Aachen, mit 4:1 gegen den bisherigen Branchenführer Timo Boll. Er belegte als bester Deutscher Platz drei.

Das Endspiel des mit rund 110.000 Euro dotierten Turniers hatten beide Top-Spieler mit Niederlagen im Halbfinale verpasst. Der Chinese Xu Xin gewann das Finale mit 4:1 gegen den EM-Zweiten Wladimir Samsonow aus Weißrussland.

„Ich habe ein starkes Turnier gespielt. Dennoch bin ich über die 3:4-Niederlage gegen Xu Xin enttäuscht”, sagte „Dima”. „Ich hätte 4:1 gewinnen können”, stellte er nach dem hochklassigen Halbfinal-Match fest. Gegen den Weltranglisten-Zweiten und späteren Turniersieger führte der Hamelner bereits mit 3:2, musste den Ausgleich hinnehmen und ging im letzten Satz mit 2:11 förmlich unter. Bis dahin hatte der Olympia-Dritte eine bärenstarke Vorstellung gegeben.

„Den letzten Satz müssen wir genau analysieren. Dima war noch nie so nah dran an einen Top-Chinesen”, sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf. Auch mit dem Comeback von Boll, der nach drei klaren Siegen sein Halbfinale gegen Samsonow unerwartet deutlich 0:4 verloren hatte, war er zufrieden. „Timo hat mich positiv überrascht”, sagte der frühere Weltcup-Sieger Roßkopf. „Ich hätte mir aber schon einen von unseren beiden Top-Leuten im Finale gewünscht.”

Der Weltranglisten-Fünfte Boll, der in Verviers von seiner schwangeren Frau Rodelia und Hund Carry begleitet wurde, zog nach einer langen Pause eine gemischte Bilanz. „Vor dem Turnier hätte ich das kleine Finale um Platz drei und vier sofort unterschrieben”, sagte der zweimalige Weltcup-Sieger. Die Pleite gegen den fünf Jahre älteren Samsonow wurmte ihn, gegen den sieben Jahre jüngeren Ovtcharov hatte er mit 3:11, 11:8, 5:11, 5:11, 6:11 das Nachsehen.

Damit wird Ovtcharov in der nächsten November-Weltrangliste erstmals vor Boll liegen. „Noch ist es nicht offiziell, aber ich freue mich schon darüber”, sagte Ovtcharov. „Damit habe ich kein Problem”, erklärte Boll. Bis zur Team-Weltmeisterschaft Ende April 2014 in Tokio haben beide deutschen Top-Spieler genügend Zeit, ihr Können noch weiter zu verbessern.

(dpa)