Düren/Herrsching: SWD Powervolleys bestehen die Nervenprobe

Düren/Herrsching : SWD Powervolleys bestehen die Nervenprobe

Verloren — und dennoch gewonnen: Mit dieser Bilanz kehren die SWD Powervolleys Düren vom letzten Hauptrunden-Spiel in der Volleyball-Bundesliga beim TSV Herrsching zurück. Düren hat 2:3 (25:22, 30:32, 25:27, 25:21, 8:15) verloren — aber weil die drei Punkte im Volleyball bei einem Fünf-Satz-Spiel aufgeteilt werden und der Verlierer einen erhält, hat es für Düren trotzdem gereicht.

Im Fernduell mit den Hypo Tirol Alpenvolleys Unterhaching (3:0 gegen Rottenburg) behalten die Powervolleys mit diesem einen Punkt Vorsprung die Oberhand. Am Mittwoch starten nun die Play-offs, und Dürens Gegner sind die Alpenvolleys. Im ersten Spiel hat Düren Heimrecht. Und in einem möglicherweise notwendigen dritten auch.

Das ist der Vorteil von Platz vier, deswegen wollte Düren den so unbedingt verteidigen. „Wir sind nach der Hauptrunde Vierter — da darf man ruhig mal ein dickes Ausrufezeichen hinter setzen“, sagte Trainer Stefan Falter. Dieses Ausrufezeichen war auch dem Coach zu verdanken, weil es ihm mit seinem Team gelungen ist, Platz vier trotz einer von Verletzungsproblemen gespickten Rückrunde zu behaupten.

Die letzte Entscheidung

In Herrsching hat Düren am Samstag nicht nur zwei Punkte gelassen, sondern auch jede Menge Nerven. Denn der Weg hin zu dem einen dringend benötigten Punkt war eine Zerreißprobe für die Nerven aller, die es mit Düren halten. Als der vierte Satz begann, waren alle anderen Spiele in der Bundesliga bereits vorbei; die Entscheidung, ob Düren Platz vier sichern kann, war die letzte, die noch fallen musste.

Das, und die Tatsache, dass die Powervolleys nach dem gewonnen ersten Satz in Herrsching zwei Durchgänge auf beinahe tragische Weise verloren hatten, zehrte am den sonst so stabilen Nerven der Dürener. Den ersten Durchgang hatten die Gäste mit 25:22 gewinnen können. Auch in den folgenden zwei Durchgängen verlor Düren nicht die Ruhe, obwohl es sich kurz vor Satzende zur Unzeit Fehler leistete. 21:24 lag es beide Male hinten. In Satz zwei wehrte Falters Team neun Satzbälle ab, im dritten Satz vier. Trotzdem gingen beide Durchgänge an Herrsching.

„Die Jungs bleiben auch in engen Situationen immer cool“, hatte Falter in dieser Saison mehrfach gesagt. Im alles entscheidenden vierten Satz diesmal jedoch nicht. Spätestens da machte sich auch bemerkbar, dass das Verletzungspech wieder zugeschlagen hatte. Romans Sauss musste erneut mit Wadenproblemen passen.

Ob der Lette am Mittwoch spielen kann, ist fraglich. Dirk Westphal, zweiter Außenangreifer, ist nach seiner Daumen-OP zwar wieder fit, aber noch nicht im Tritt. Trotzdem musste Falter den 31-Jährigen einwechseln. „Unsere jungen Spieler waren leider nicht immer clever genug“, sagte Falter. Er brachte Westphal für Karli Allik. Ganz am Ende, als Dürens Not am größten war, zahlte sich das aus.

Die Herrschinger wusste zu Beginn von Satz vier, dass sich an ihrem Platz sechs nichts mehr ändern würde, egal, wie das Spiel gegen Düren endet. Die Bayern schonten von nun an den angeschlagenen Nationalspieler Tom Strohbach und brachten für ihn den gelernten Mittelblocker Nicolai Grabmüller im Außenangriff.

„Wir haben da falsch drauf reagiert“, sagte Falter. Statt die Schwäche des Gegners auszunutzen, schossen die Powervolleys beim Aufschlag ungewöhnliche viele Fahrkarten. Herrsching glich zum 21:21 aus. Dann setzten die Bayern einen Angriff ins Aus, Düren führte 23:21. Den nächsten Bälle rettete Westphal, Marvin Prolingheuer verwandelte den Gegenangriff: 24:21. Michael Andrei machte mit seinem Block danach alles klar. Die Powervolleys feierten den Gewinn des Punktes. Nach der Zitterpartie reichte die Konzentration für den Tiebreak nicht mehr, den Düren 8:15 verlor.

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