SWD Powervolleys Düren: Das ist der Kader für die Saison 2019/2020

Sechs Neuzugänge, jede Menge Erfahrung : Der Kader der SWD Powervolleys Düren

Im Schnitt 1,99 Meter groß und 27,6 Jahre alt – das ist der zwölfköpfige Kader der SWD Powervolleys Düren. Mit einer Mischung aus hochdekorierten Profis und aufstrebenden Talenten startet der Volleyball-Bundesligist im Oktober in die Saison 2019/2020. Wir stellen Spieler und Trainer vor.

Björn Andrae – Der Oldie

Er ist so etwas wie eine lebende Legende des deutschen Volleyballs. Björn Andrae hat immerhin 280 Länderspiele – viele als Kapitän – auf dem Buckel und wurde drei Mal in Folge zum Volleyballer des Jahres gekürt. Beim VfB Friedrichshafen erlebte er zwischen 2001 und 2003 mit zwei Meistertiteln und drei DVV-Pokalsiegen die bislang erfolgreichste Zeit seiner Karriere. Es folgten Stationen in Italien, Polen, Griechenland und Russland, ehe der Berliner 2015 wieder in der Bundesliga zu sehen war. Im Frühjahr 2018 schien der beeindruckende sportliche Werdegang des Außenangreifers dann jedoch an einem Endpunkt angelangt zu sein. Die Netzhoppers KW-Bestensee wollten, aber konnten den Zweimetermann aus finanziellen Gründen nicht weiterverpflichten.

Als die Powervolleys im Winter aufgrund einer Verletzung in personelle Not gerieten, wurde der inzwischen 38-Jährige aber aus dem Ruhestand geholt und nachverpflichtet. Im Mai verlängerte der Klub dann den Vertrag des „mentalen Anführers“, wie er von seinem Trainer wegen seiner Erfahrung und seines Charakters genannt wird. Bei seinem bereits 13. Profi-Verein bleibt der Mann, der schon so ziemlich alles gesehen hat, was es im Volleyballsport zu sehen gibt, und am liebsten Depeche Mode hört, also noch mindestens eine weitere Spielzeit.

Lukas Maase – Der Riese

„Lukas ist ein Spieler mit unglaublich viel Potenzial. Trotz seines jungen Alters spielt er schon sehr konstant, hat einen super Aufschlag und ist allein schon wegen seiner Größe ein wichtiger Mann im Block.“ 2,12 Meter und 20 Jahre – das sind die Zahlen, auf die sich Björn Andrae bezieht, wenn er von seinem zweitjüngsten Kollegen, Lukas Maase, spricht. Der Mittelblocker wechselte im Juli des vergangenen Jahres kurz nach dem Erwerb der Hochschulreife vom Zweitligisten Delitzsch an die Rur. Fern von der sächsischen Heimat bekam der Brillenträger in seiner ersten Bundesliga-Saison aufgrund von Verletzungen im Team unerwartet viel Einsatzzeit. Und die wusste er zu nutzen: Im Juni berief ihn Bundestrainer Andrea Giani in den Kader der A-Nationalmannschaft für die Nations League in Brasilien.

Michael Andrei – Die Galionsfigur

Nur zwei Zentimeter kleiner als Lukas Maase – damit der zweitgrößte Sportler im Kader – ist Kapitän Michael Andrei. Der 40-malige deutsche Nationalspieler blockt seit 2016 für die Powervolleys. Das tat er schon zu Beginn seiner Karriere: 2006 kam er aus Luxemburg nach Düren, wo er erstmals Bundesliga-Luft atmete. 2009 trennten sich die Wege wieder – nach Stationen in Giesen, Gotha, Frankreich und Belgien war er 2016 schließlich zurück bei seiner alten Liebe, die ihn mit offenen Armen empfing.

„Mount Mike“ ist Galionsfigur und genießt in der Mannschaft nicht nur aufgrund seines Amtes höchsten Respekt. Neben Tim Broshog ist der 34-Jährige, der als Vorbilder seinen Vater und Namensvetter Michael Jordan nennt, dienstältester Dürener. Für die Zeit nach der Profi-Karriere hat der gebürtige Rumäne vorgesorgt, und sich zum Fitnesstrainer, Ernährungscoach und Personaltrainer ausbilden lassen.

Tim Broshog – Der Turm

Der mit passenden 2,05 Metern ausgestattete Tim Broshog ist der dritte Mittelblocker im Team. Der gebürtige Berliner wechselte 2007 nach Wusterhausen, eine Bundesliga-Saison später zog es ihn nach Moers, wo er ganze sechs Jahre blieb. Anschließend heuerte der inzwischen 31-Jährige, der ein Fan von selbstgemachten Frikadellen ist, beim belgischen Spitzenklub Maaseik an, seit 2016 heißt die sportliche Heimat vom 114-Kilogramm-„Tower“ Düren.

Tomáš Kocian – Der Wertvollste

Er ist Regisseur und Spielmacher bei den Powervolleys; mit seinen Zuspielen sorgt er vor allem dafür, dass seine Mitspieler glänzen können. Eine wichtige Rolle, aber auch eine, die nicht unbedingt viel Aufmerksamkeit generiert. Umso glücklicher ist Goswin Caro, Sportlicher Leiter des Bundesligisten, dass Tomáš Kocian zum wertvollsten Spieler, „Most Valued Player“ (MVP), der vergangenen Saison gekürt wurde: „Es freut mich ganz besonders, dass jetzt auch mal ein Zuspieler MVP geworden ist. Häufig werden so wichtige Spieler bei Auszeichnungen nicht genügend gewürdigt.“

Der 1988 in Bratislava geborene Volleyballer kam mit drei Jahren nach Deutschland und spielte sich beim damaligen Zweitligisten VC Eintracht Mendig in den Fokus einiger Vereine. 2011 erhielten die Dürener den Zuschlag und verpflichteten den Deutsch-Slowaken. Zwei Jahre später zog es ihn für eine Spielzeit nach Bühl, es folgten die schnelle Rückkehr an die Rur und der ebenso schnelle Abschied. Von 2015 bis 2018 spielte er für den Ligakonkurrenten Friedrichshafen, anschließend ging er den umgekehrten Weg. Der 31-Jährige legt also bereits zum dritten Mal für die Powervolleys mustergültig auf. Und vielleicht tut er das auch bald für die deutsche Nationalmannschaft. Ob er im September an der Europameisterschaft teilnehmen wird, ist aktuell aber noch unklar.

Sebastian Gevert – Mister International

Auch Sebastian Gevert gehört zur Fraktion der Rückkehrer. Der Kapitän der chilenischen Nationalmannschaft war bereits zwischen 2012 bis 2016 für die Powervolleys aktiv. Nach Intermezzi in Tschechien und Maaseik gab es 2018 schließlich das Comeback. Nicht nur deswegen kann der 31-jährige Diagonalangreifer im wahrsten Sinne des Wortes auf einen bewegten Lebenslauf zurückblicken. Geboren ist er nämlich in Mexiko-Stadt, aufgewachsen in Santiago de Chile, und seine Volleyball-Karriere hat ihn neben Tschechien und Belgien auch nach Spanien und Portugal geführt. Wie Kocian besitzt auch Gevert zwei Pässe, den Deutschen und den Chilenischen.

Blair Bann – Der Boomerang

Von 2012 bis 2013 und zwischen 2014 und 2018 spielte Libero Blair Bann bereits für die Powervolleys. Der kanadische Nationalspieler wurde nun also schon zum dritten Mal verpflichtet. Auf seiner Position gehört er zu den besten der Welt und soll den Dürenern direkt weiterhelfen.

Obwohl er womöglich aufgrund von Einsätzen mit der Nationalmannschaft einen Großteil der Vorbereitung verpassen wird, soll der 31-Jährige gleich gegen Wusterhausen sein Können unter Beweis stellen. „Blair wird im ersten Spiel unser Libero sein, obwohl er mit keinem unserer Annahmespieler schon mal zusammen in einem Pflichtspiel auf dem Feld gestanden hat“, prophezeit sein Trainer. In der vergangenen Spielzeit erreichte er mit dem französischen Klub Chaumont Volley-Ball 52 das Viertelfinale der Champions League.

Egor Bogachev – Der Meister

Er gehört zu den jüngsten Profis im Kader, hat aber mehr Titel gesammelt als die meisten seiner älteren Kollegen. Neuzugang Egor Bogachev, 22, gewann mit den Berlin Recycling Volleys die vergangenen drei Meistertitel. Einen maßgeblichen Anteil an diesen Erfolgen hatte er dabei aber nicht, kam er doch nur selten zum Einsatz.

Das soll sich in Düren ändern. „Ich bin überzeugt, dass ich in Berlin mehr Spielanteile hätte haben müssen. In Düren will ich zeigen, warum“, sagt der in Moskau geborene deutsche Nationalspieler selbstbewusst. Nicht nur der 2,04 Meter große Außenangreifer selbst, sondern auch sein neuer Trainer Stefan Falter ist überzeugt: „Mit seinen Stärken in Angriff und Aufschlag kann er uns weiterhelfen. Gleichzeitig hat er Potential, noch besser zu werden.“

Philipp Schumann – Der Akademiker

Vom Zweitligisten TG Rüsselsheim kommt Rechtshänder Philipp Schumann nach Düren. Der 26-Jährige, der in der vergangenen Spielzeit zweitwertvollster Spieler seiner Liga war, soll Sebastian Gevert auf der Diagonalen ergänzen.

Die Bundesliga kennt der Zweimetermann bereits. Er stand mehrfach im Kader der ersten Mannschaft seines alten Vereins, den United Volleys Rhein-Main. Schumann hat Chemie und Sport auf Lehramt studiert und sein Studium auch erfolgreich abgeschlossen. In den Plänen des Akademikers bekommt die Profi-Karriere aber den Vorzug vor einem möglichen Referendariat.

Niklas Seppänen – Der Komplette

„Wir erhalten mit ihm einen Spieler mit vielen Stärken“, sagt Stefan Falter über Neuzugang Niklas Seppänen. Der international erfahrene Außenangreifer spielte zuletzt in seiner Heimat Finnland für Kokkolan Tiikerit. Zuvor hatte er Erfahrungen in der ersten französischen Liga und der weißrussischen Liga, wo er als bester Angreifer auf sich aufmerksam machte, gesammelt. Mit der finnischen Nationalmannschaft erreichte der 26-Jährige 2013 bei der Europameisterschaft in Dänemark und Polen das Viertelfinale.

Tobias Brand – Der Beachboy

Aus Mainz stößt Außenangreifer Tobias Brand in den Kader des Dürener Bundesligisten. In seiner ersten Zweitligasaison erreichte der 21-Jährige mit seiner Mannschaft, TGM Mainz-Gosenhei, den siebten Platz, vergangene Saison den dritten.

Vor allem auf Sand machte er sich einen Namen. Im Juli gelang ihm zusammen mit Partner Jonas Reinhardt bei einem Turnier der Techniker-Beach-Tour, der höchsten deutschen Beachvolleyball-Serie, der Sprung ins Finale. Das ging dann aber leider verloren.

Eric Burggräf – Das Küken

Mit 20 Jahren ist Erc Burggräf der jüngste Profi im Kader der Powervolleys. An der Seite von MVP Tomáš Kocian soll das Talent zu einem gestandenen Zuspieler reifen. Dass er in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen, beweist Burggräf als Kapitän der Junioren-Nationalmannschaft. Seit Anfang Mai trainiert er mit der B-Nationalmannschaft unter Trainer Stelian Moculescu.

Stefan Falter – Der Coach

Seit der Saison 2017/18 ist Stefan Falter Cheftrainer der Powervolleys. Den Verein kennt der 54-Jährige aber schon länger. Schließlich assistierte er dort bereits zwischen 2014 und 2017 Michael Mücke, Anton Brams und Tommi Tiilikainen. Vorher hatte er bei den von Frauen von Alemannia Aachen (heute Ladies in Black), dem VC Schwerte und dem TV Düren Erfahrungen als Übungsleiter gesammelt.

Was glauben Sie – wie endet die Saison für die Powervolleys?

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