Aachen: Nach den Partys wartet jetzt die Pflicht

Aachen: Nach den Partys wartet jetzt die Pflicht

Die Fahndung nach den genauen Einzelheiten der Tat war auch am Tag danach noch in vollem Gange. Was liegt da näher, als die Hauptverdächtige zu befragen: „Ich bin beim Stand von 9:14 im Tiebreak an den Aufschlag gekommen“, räumt Karolina Bednarova auf jeden Fall Teilschuld ein, „was dann passiert ist, weiß ich auch nicht mehr genau. Aber es war auf jeden Fall eins der geilsten Spiele meines Lebens.“

Passiert sein muss auf jeden Fall etwas, denn die „Ladies in Black“ Aachen machten in der Volleyball-Bundesliga beim 3:2-Sieg über Wiesbaden nicht nur die fünf Matchbälle des Gegners zunichte, die Spielerinnen von Trainer Marek Rojko erarbeiteten sich selbst drei Chancen auf den Sieg im Entscheidungssatz — und nutzten schließlich die dritte. Zwei Punkte beim bisherigen Tabellenführer geholt und — schöner Nebeneffekt — sechs Spieltage vor Saisonende gehört die theoretische Möglichkeit, auf dem Abstiegsplatz zu landen, bereits der Vergangenheit an. Das Erreichen der Pre-play-offs als Minimalziel ist geschafft.

„Das hatten wir aber nicht im Kopf, als Wiesbaden im vierten Satz so aufgedreht hat“, kommen dann auch bei Aachens Kapitänin die Erinnerungen an den Fünf-Satz-Krimi beim VC Wiesbaden hoch. Die „Ladies“ kamen wieder in die Erfolgsspur, als es mehr und mehr gelang, Mittel gegen die Wiesbadener Diagonalangreiferin zu finden. „Karine Muijlwijk hat eine Riesen-Partie abgeliefert“, zollt auch Karolina Bednarova der ehemaligen Mannschaftskollegin Respekt. Fast ein Drittel der Wiesbadener Punkte gingen vor 1182 Zuschauern nach zwei Stunden Spielzeit auf das Konto der 25-jährigen Niederländerin, die zeitweise 80, 90 Prozent ihrer Angriffe unterbrachte. „Der Gegner hat ein, zwei unnötige Fehler gemacht, wir haben gemerkt, jetzt geht was — und haben das durchgezogen“, fallen Bednarova weitere Details ein.

Kampfstarke Gegnerinnen

Viel Zeit, den Sieg zu feiern, bleibt der Mannschaft von Trainer Marek Rojko nicht. Bereits am Samstag (19 Uhr) gastiert beim für die „Ladies“ dritten Spiel innerhalb von acht Tagen der Köpenicker SC in der Halle an der Neuköllner Straße. Die Berlinerinnen rangieren zwar nur auf dem vorletzten Tabellenplatz, haben aber am Mittwoch bei der 1:3-Niederlage beim Schweriner SC gezeigt, welche Qualitäten in der Mannschaft stecken. „Köpenick ist uns von der Mentalität her ähnlich“, charakterisiert Karolina Bednarova den kommenden Gegner. „Sie sind sehr kampfstark und geben keinen Ball verloren.“

Hauptaufgabe für Aachens Trainer wird es also sein, nach dem euphorisierenden 3:0 über Vilsbiburg und dem noch mehr euphorisierenden 3:2 beim VC Wiesbaden die Spielerinnen wieder zu erden, um die Partie gegen Köpenick nicht zur Stolperfalle werden zu lassen. „Jetzt heißt es für uns, wieder möglichst schnell Boden unter die Füße zu kriegen“, meint Aachens Kapitänin und formuliert ein eindeutiges Ziel: „Wir wollen unbedingt unter den ersten Sechs bleiben, um direkt für die Play-offs qualifiziert zu sein.“

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