Düren/Leipzig: Motiviert genug, um Evivo ein Bein zu stellen

Düren/Leipzig: Motiviert genug, um Evivo ein Bein zu stellen

Von Revanche will Sebastian Kühner nichts wissen. „Daran denke ich nicht”, sagt der Volleyballer (23). Grund genug hätte er. Denn am Samstag um 19.30 Uhr spielt Kühner gegen seine ehemalige Mannschaft Evivo Düren. Zwei Jahre lang war der Linkshänder an der Rur, im Sommer wechselte er nach Bad Dürrenberg/Spergau.

CV Mitteldeutschland heißt der Klub, gegen den Evivo in die neue Bundesliga-Saison startet, seit ein paar Wochen.

In Sachsen-Anhalt ist Kühner Zuspieler Nummer eins, also der Spielmacher. Das war dem 2,03-Meter-Riesen in Düren zwei Jahre lang verwehrt geblieben. Kühner musste die Spiele meistens von der Auswechselzone aus betrachten. Auf dem Feld gestanden hat Ilja Wiederschein. Und genau deshalb ist er gegangen. „Ich muss spielen”, schilderte der ehemalige Dürener, warum er weg wollte.

„Die Entscheidung habe ich bisher zu keiner Sekunde bereut”, sagt der in Berlin aufgewachsene Volleyballer. Einerseits ist es jetzt nicht mehr weit bis zur Familie und zur Freundin. Anderseits - und das hat den Ausschlag gegeben - kann Kühner sich jetzt zeigen. Evivo zählt im übrigen auch zu den Kandidaten. Das klappt aber nur, wenn die Trainer ihn spielen sehen. Eine Chance, die ihm in Düren meist verwehrt blieb. „Das spielt keine Rolle. Ich freue mich sehr auf das Spiel”, betonte Kühner noch einmal. Schließlich sei die Vorbereitung auf die Saison ungewöhnlich lang gewesen. Die Bundesliga beginnt wegen der Weltmeisterschaft fast einen Monat später als üblich.

Dass Evivo direkt zum Auftakt in seiner neuen Heimat zu Gast ist, macht die Sache noch einmal interessanter, weil er sich darauf freut, die alten Kumpels wiederzusehen. „Da sind ein paar sehr gute Freundschaften entstanden.”

Das gilt auch für zwei weitere Akteure des CV. Mittelblocker Artur Augustyn hatte mehrfach betont, bei Evivo bleiben zu wollen. Trotz guter Leistung hat der Pole kein neues Angebot erhalten und folgte Kühner nach Sachsen-Anhalt. Jetzt will er zeigen, dass es ein Fehler war, ihn gehen zu lassen.

Um den dritten Ex-Dürener zu finden, muss man in der Evivo-Chronik weiter zurückblättern. Genauer gesagt hieß Düren noch gar nicht Evivo, als Michael Mücke an der Rur Trainer war. 1996 bis 1999 schaffte er drei Mal in Folge den Klassenerhalt mit Düren. 2008 war er wieder als Trainer im Gespräch, bevor Sven Anton die Geschicke in Düren übernommen hat. Motivation, Evivo ein Bein zu stellen, dürften die Mitteldeutschen also reichlich haben.

„Düren ist natürlich der Favorit”, schätze Kühner das Kräfteverhältnis ein. Ganz chancenlos sei seine neue Truppe jedoch nicht. Mit dem ehemaligen Nationalspieler Mark Siebeck hat der Klub einen starken Spieler an Land gezogen.