Aachen: „Liebe Mädels“ ohne Chance: Ladies treten gegen Schwerin an

Aachen: „Liebe Mädels“ ohne Chance: Ladies treten gegen Schwerin an

Kim Renkema, noch beim verlorenen Pokalfinale der „Ladies in Black“ Aachen Kapitänin des MTV Stuttgart und heute Sportdirektorin des Volleyball-Bundesligisten, hatte ihre Mannschaft vor dem Auftritt in Aachen am Mittwoch noch einmal zusammengetrommelt. „Nur liebe Mädels auf dem Feld, das bringt uns nichts“, lautete das Urteil der 30-Jährigen nach dem wenig überzeugenden Auftritt gegen Suhl.

Der Rest ist bekannt: Die Stuttgarterinnen zeigten sich gegen die Mannschaft von Aachens Trainerin Saskia van Hintum nicht von ihrer lieben Seite und gewannen mit 3:1. Dabei hatten die „Ladies“ durchaus ihre Chancen, den Tabellenzweiten in den Tiebreak zu zwingen und auf zwei Punkte zu hoffen.

Aber der Zeitpunkt, an dem der klare Vorsprung der Aachenerinnen im vierten Satz immer weiter anfing zusammenzuschrumpfen, lässt sich exakt benennen: Die Partie kippte, als Stuttgarts Coach Giannis Athanasopoulos Renata Sandor für die Ex-Aachenerin Nika Daalderop einwechselte, die im Angriff deutlich stärker als in der Annahme ist: Die Stuttgarter Defensive stabilisierte sich, die Aachener Angreiferinnen brachten einige Male den Ball selbst im vierten Versuch nicht im gegnerischen Feld unter — aus den „Ladies“ wurden „liebe Mädels“.

Eine Entwicklung, die sich am Samstagabend (18 Uhr) gegen den amtierenden Meister Schweriner SC auf keinen Fall wiederholen darf, wenn man auf Aachener Seite etwas Zählbares mitnehmen will. Durch den Erfolg in Aachen ist Stuttgart in der Tabelle an Schwerin vorbeigezogen, ein Zustand, den das Team von Coach Felix Koslowski, im „Nebenberuf“ auch noch Bundestrainer, sicher nicht hinnehmen will.

Auf Aachener Seite wird man sich darauf einstellen müssen, in der Annahme noch stärker unter Druck zu stehen als in der zurückliegenden Begegnung: In der Partie gegen den VCO Berlin verbuchte Schwerin 19 Aufschlag-Asse. Und die Aachenerinnen hatten zuletzt Probleme, aus einer bedrängten Situation heraus ihr eigenes Spiel aufzuziehen.

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