Psyche kann gegen MTV Stuttgart entscheiden: Zweite Chance für die „Giftzwerge in Black“

Psyche kann gegen MTV Stuttgart entscheiden : Zweite Chance für die „Giftzwerge in Black“

„Man hat gesehen, dass wir das stärkere Team sind, aber wir müssen dieses Niveau halten, um auch das nächste Spiel zu gewinnen“, sagte Giannis Athanasopoulos, Cheftrainer des MTV Stuttgart in seiner Analyse. „Weiter denken wir nicht.“

Seine Mannschaft hatte gerade die Ladies in Black Aachen mit 3:0 geschlagen, war zeitweise drückend überlegen, vor allem im zweiten Durchgang, in dem die Mannschaft von Aachens Trainerin Saskia van Hintum Mühe hatte, sich wieder neu zu sortieren. Und tatsächlich zogen sich die Aachenerinnen im dritten Satz noch einmal an den Haaren aus dem Sumpf, lagen zeitweise mit vier Punkten vorn, um sich dann doch der Übermannschaft der Hauptrunde geschlagen geben zu müssen.

Nach vier Aufeinandertreffen in dieser Spielzeit – zweimal in der Hauptrunde, einmal im Pokal und bislang einmal in der Serie „best of five“ im Play-off-Halbfinale – steht es vor dem Rückspiel am morgigen Sonntag (16 Uhr) in Maaseik nach Sätzen 12:1 für Stuttgart. Ein Duell Goliath gegen David, auf dem Papier eine mehr als klare Angelegenheit. Doch gräbt man eine wenig tiefer in den statistischen Details, stellt man überrascht fest, dass die Unterschiede zwischen den beiden Klubs gar nicht so groß sind.

Beste Blockerinnen bei den Ladies

Ein Beispiel ist Außenangreiferin Marrit Jasper, die weniger durch einige spektakuläre Aktionen als durch konstante Leistung auf hohem Niveau glänzt. Dass die Niederländerin nach dem 3:1-Sieg im finalen Spiel gegen Dresden von DSC-Coach Alex Waibl nicht zur wertvollsten Spielerin der Partie gewählt wurde, mag wenig überraschen. Schließlich versauerte die 23-Jährige unter Waibl noch in der vergangenen Saison auf der Dresdner Ersatzbank – 32 Sätze in 16 Begegnungen bedeutet ein Leben zwischen Ein- und Auswechslung.

Unter Saskia van Hintum wurde die niederländische Nationalspielerin Stammkraft der Ladies. Die Statistik für die Play-offs führt Jasper nach drei Begegnungen auf Platz fünf unter den Topscorerinnen – noch zwei Plätze vor der Stuttgarter Diagonalangreiferin Krystal Rivers, die den Aachenerinnen bislang in allen Begegnungen große Probleme bereitete. In einem Porträt über Jasper in einer Zeitung aus ihrer friesischen Heimat wurde sie halb despektierlich, halb bewundernd als „Gifkikker“ bezeichnet, was sich wörtlich mit „Giftfrosch“ und etwas freier mit „Giftzwerg“ übersetzen lässt.

Doch auch ihre Teamkolleginnen liegen in den meisten Spielelementen vor ihren Stuttgarter Konkurrentinnen: Bei den besten Blockerinnen liegen die Aaachener  Mittelblockerinnen Lisa Gründing und Krista DeGeest auf den Plätzen eins und zwei, beste Stuttgarterin ist Paige Tapp auf fünf – und auf Platz sieben folgt schon wieder Marrit Jasper.

Diagonalangreiferin Maja Storck rangiert in der Abteilung „Quote Angriffspunkte“ vor Rivers. Bei der Quote der perfekten oder guten Annahmen liegen Jodie Guilliams, Nicole Oude Luttikhuis und Libera Kirsten Knip dicht hintereinander auf den Positionen sieben bis neun, davor nur zwei Schwerinerinnen und Spielerinnen von bereits ausgeschiedenen Teams.

Das Problem wird sein, die vorhandenen Qualitäten gegen die dominant auftretenden Stuttgarterinnen auch abzurufen. Denn bei allen technischen Fähigkeiten, die zweifellos nötig sind: Entschieden werden diese engen Spiele auch zwischen den Ohren – über die Psyche.

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