Vorbericht: Ladies in Black Aachen gegen MTV Stuttgart

Volleyball-Bundesliga : Ladies fordern den ungeschlagenen Spitzenreiter

Die schwäbische Sparsamkeit ist ja schon sprichwörtlich, und so lockt der MTV Stuttgart seine potenziellen Zuschauer mit einem ganz besonderen Angebot in die heimische Scharrarena: Wer am Samstagabend (19.30 Uhr) närrisch verkleidet zum Bundesliga-Spiel gegen die Ladies in Black Aachen erscheint, erhält einen Rabatt von zwei Euro auf den Eintrittspreis. Heiligs Blechle, da könnte glatt noch ein Getränk im Wochenend-Budget drin sein.

Ansonsten dürften die Stuttgarterinnen gegen die Mannschaft von Aachens Trainerin Saskia van Hintum allerdings wenig zu verschenken haben. 17 Mal traten die Stuttgarterinnen bislang in der Liga an, 17 Mal ging die Mannschaft um die Ex-Aachenerin Jana-Franziska Poll als Sieger vom Platz – 13 Mal davon ohne eigenen Satzverlust.

Diese Dominanz fand dann allerdings zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt ein Ende, denn die Stuttgarterinnen verloren am vergangenen Wochenende das Pokalfinale gegen den SC Schwerin mit 0:3 und vergaben damit die Chance auf den ersten Titel der Saison.  „Das Schlimmste ist, zu wissen, dass wir viel besser spielen können“, hakte Poll die Niederlage schnell ab. „Aber Kopf hoch, wir haben noch andere Ziele zu erreichen.“ Die hat der Tabellenführer der Bundesliga zwischenzeitlich in einem anderen Wettbewerb tatsächlich erreicht, denn nur zwei Tage später qualifizierte sich das Team im bulgarischen Plovdiv für das Champions-League-Viertelfinale und gehört damit zu den acht besten Teams in Europa.

Hier könnte dann auch durchaus die Chance für die Aacherinnen liegen, die in der Zeit, in der der MTV im Pokal und in der Champions Legaue gefordert war, regenerieren und sich auf die finale Phase der Saison vorbereiten konnten. Auf das Gastspiel in Stuttgart folgen noch zwei Auftritte vor eigenem Publikum (gegen Wiesbaden und Erfurt) und das Hauptrunden-Finale in Münster. In allen drei Begegnungen geht es um die Platzierung für die Play-offs, und es ist zwar unwahrscheinlich, dass der Tabellenvierte SC Potsdam noch fünf Punkte Vorsprung verspielt, aber Suhl lauert mit zwei Punkten Rückstand und einem Spiel weniger auf dem sechsten Rang, der so gut wie sicher den Dresdner SC als Play-off-Gegner bescheren würde.

Aber vielleicht können die Ladies ja bereits aus der Landeshauptstadt Zählbares mitbringen. Drei Angreiferinnen konnten mit Magen-Darm-Problemen in der Champions League nicht eingesetzt werden. „Ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft ein wenig Ruhe braucht“, räumte auch Sportdirektorin Kim Renkema ein. „Doch die können wir angesichts des Spielplans nicht geben.“

(rom)
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