Volleyball: Respekt für Ladies in Black Aachen, Punkte für Schwerin

Mit 0:3 geschlagen gegeben: Respekt für die Ladies in Black, die Punkte für Schwerin

Für Maja Storck war es eine ganz ungewohnte Perspektive – und ein ganz neues Gefühl: „Ich war aufgeregter als wenn ich selbst auf dem Platz stehen würde“, meinte die Schweizer Diagonalangreiferin, die wegen ihres Bänderrisses die Partie zwischen „ihren“ Ladies in Black Aachen und dem Deutschen Meister Schwerin von der Trainerbank aus verfolgte.

„Man kann nur pushen, aber nicht mithelfen“, teilte die 20-Jährige das weltweite Trainerschicksal. Vor allem im ersten Satz hätte eine einsatzbereite Maja Storck vielleicht den kleinen aber feinen Unterschied gemacht, und die Ladies hätten den ersten  Satz nicht mit 27:29  und anschließend die gesamte Partie mit 0:3 (18:25, 19:25) vor 1200 Zuschauern verloren.

Doch bei allem „hätte, wenn und aber“: Schwerins Trainer Felix Koslowski musste schon ganz, ganz tief in die Trickkiste greifen, damit sein Team den ersten Satz erfolgreich gestalten konnte. Denn die Gastgeberinnen waren im ersten Durchgang das bessere, das flexibler angreifende und hingebungsvoller verteidigende Team. Führungen von 8:4 und 16:11 waren die Belohnung, und der Vereinstrainer in Bundestrainer Koslowski tauschte mal eben die deutsche Nationalspielerin Denise Hanke im Zuspiel gegen die niederländische Kollegin Britt Bongaerts ein. Und was in der vergangenen Saison schon in Aachen hervorragend funktionierte  – das schnelle Zuspiel auf Position vier – wurde in Schwerin mittlerweile perfektioniert, denn Aachens frühere Kapitänin McKanzie Adams führt die Vorarbeit einer schon fast maschinellen Verwertung zu. Rechnet man noch die sprunggewaltige Außenangreiferin Kimberly Drewniok und zwei, drei starke Aufschläge von Lauren Barfield dazu, hat man den kleinen Unterschied schon beeinander. Trotzdem wehrten die Ladies drei Satzbälle ab, konnten einen eigenen nicht nutzen und mussten sich geschlagen geben, als Krista DeGeest nach einer schlechten Schweriner Abwehr am Netz unter dem Ball durchsegelte.

Geschlagen waren die Ladies zu diesem Zeitpunkt noch nicht, doch der psychologische Vorteil lag nun beim Gegner, der immer besser in seinen routinierten Rhythmus fand und ins Rollen kam.

Dennoch fand Koslowski durchaus lobende Worte: „Saskia hat in Aachen Euphorie reingebracht“, lobte der 34-Jährige seine Co-Trainerin in der Nationalmannschaft. „Sie baut jedes Jahr neue, gute Mannschaften, und das beruht auf extrem harter Arbeit und extrem viel Willen. Aachen wird ,mit Vilsbiburg um den vierten Tabellenplatz spielen, ließ sich Koslowski zu einer Saisonprognose hinreißen.“

Klare Angelegenheit gegen VCO

Die Hochgelobte sah dagegen im Auftritt ihres Teams noch Luft nach oben, „Im zweiten und dritten Satz haben wir unter Druck gestanden und hatten Probleme, Punkte zu machen“, und blickte schon dem zweiten Spiel des Wochenendes entgegen, als ihr Team nur 22 Stunden später gegen die Nachwuchsmannschaft von VCO Berlin erneut gefordert war.

Dort gaben sich die Ladies, anders als im Hinspiel, keine Blöße. Die Aachenerinnen benötigten weniger als eine Stunde Spielzeit, um sich mit 3:0 (25:16, 25:14, 25:10) durchzusetzen. Die Ladies rangieren nun in der Tabelle auf Platz fünf, einen Punkt hinter Potsdam, dem nächsten Heimspielgegner.

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