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Nach kleiner Siegesserie: Mit einem guten Gefühl nach Dresden

Nach kleiner Siegesserie : Mit einem guten Gefühl nach Dresden

Dienstagmorgen wurde noch einmal konzentriert in Aachen trainiert. Danach war ein letztes Videostudium angesagt, bevor Mannschaft und Trainerin im Bus auf die lange Anreise gingen: 650 Kilometer lagen vor den „Ladies in Black“ auf dem Weg nach Dresden.

Letztmals fuhren sie diese Strecke nach Sachsen Anfang April, und die Erinnerung an diese Tour ist durchaus angenehm. Damals schickte das PTSV-Team den Dresdener SC vorzeitig in die Sommerpause. Mit 3:1 hatte der Aachener Volleyball-Bundesligist das dritte und entscheidende Match im Modus Best of three gewonnen und war damit ins Play-off-Halbfinale eingezogen.

Am Mittwochabend steht der Liga-Alltag auf dem Programm, um 19 Uhr wird das dritte Saisonspiel in der Dresdener Margon-Arena angepfiffen. Vor Jahresfrist hatten die Aachenerinnen zu Hause in der Liga noch mit 0:3 gegen den SC verloren, dafür im Rückspiel Ende Januar in Dresden mit dem knappen und hart umkämpften 3:2-Sieg für eine Überraschung gesorgt. Dresden hatte die Spielzeit 18/19 mit 45 Punkten auf Platz drei beendet, Aachen mit 37 Zählern auf Platz sechs.

Dresden auf Platz zehn

Die neue Spielzeit ist noch jung, aber der Blick auf die Tabelle zeichnet aktuell ein anderes Bild: Ohne Punkte und mit 1:6 Sätzen steht Dresden nach zwei Spieltagen auf dem vorletzten Platz. Das Team von DSC-Cheftrainer Alexander Waibl war zum Auftakt 1:3 gegen den aktuellen Spitzenreiter Potsdam unterlegen und hatte dann beim Tabellenzweiten, dem Deutschen Meister Stuttgart, ein 0:3 kassiert.

„Die Tabelle sagt nach zwei Spieltagen absolut noch nichts aus“, lässt sich Aachens Cheftrainerin Saskia van Hintum von dem Tabellenbild nicht blenden. „Ich denke, Potsdam ist in dieser Saison sehr gut aufgestellt, das Team schätze ich stark ein. Und Stuttgart ist sowieso eine Spitzenmannschaft. Beide Spiele kann man verlieren, auch Dresden. Vom Etat, den Voraussetzungen und Möglichkeiten her stufe ich den DSC trotz der null Punkte zum Saisonauftakt unter die Top drei der Liga ein.“

Weiß, was die Stärke ihres Teams ausmacht: Aachens Trainerin Saskia van Hintum. Foto: Wolfgang Birkenstock

Dresdens Cheftrainer hat einen 15-köpfigen Kader um die erfahrene Zuspielerin Mareen von Römer (32) zur Verfügung. Neun Spielerinnen, darunter drei im Alter von 17 bzw. 18 Jahren, sind in dieser Saison neu dazugestoßen. „Ich denke, er hat eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen“, stuft van Hintum den Gegner ein. Angesichts der Neuzugänge muss sich die Mannschaft aber wohl erst einmal finden. „Ich habe viele gute Sachen bei uns gesehen, aber auch viele Fehler, die wir nicht hätten machen müssen. Die Nervosität beim ersten Heimspiel war sicher groß, am Ende war unser Angriff nicht durchschlagskräftig genug“, stufte DSC-Coach Waibl die Auftaktniederlage ein und sah im zweiten Spiel in Stuttgart eine Entwicklung: „Unser Angriff zeigte sich verbessert, wir haben aber mit zunehmender Spieldauer nicht mehr zwingend agiert. Aber es war eine Leistung, auf der wir aufbauen können.“

Der Tabellendritte Aachen (fünf Zähler/6:2 Sätze) feierte dagegen einen Saisonauftakt nach Maß: Die PTSV-Volleyballerinnen hatten zum Auftakt in Schwerin überraschend mit 3:2 gewonnen und das erste Heimspiel gegen den USC Münster mit 3:0 zu einer klaren Angelegenheit gemacht. „In Schwerin hatten wir – zumal auswärts – nichts zu verlieren. Im ersten Heimspiel und gegen einen Gegner auf Augenhöhe – das war eine ganz andere Herausforderung. Da weiß man, dass man seine Sache gut machen muss, zumal gegen Münsters starke Angreiferin“, war Saskia van Hintum zufrieden mit dem Auftritt im ersten Heimspiel, auch wenn noch nicht alles ganz rundlief. „Das war eine starke Mannschaftsleistung. Die Mädels sind auch ruhig geblieben, als sie ins Hintertreffen gerieten, niemand ist in Panik geraten. Wir sind eine Mannschaft, das macht uns stark.“

Zwar verdeutlichte van Hintum am Dienstagmorgen beim Videostudium ihrer Mannschaft noch einmal die Dresdener Spielweise, zu sehr beeinflussen soll das ihre Mädels aber nicht. „Wir wissen, wie Dresden agiert. Das gehört zu einer guten Vorbereitung dazu. Aber wir wollen auch dort unser eigenes Spiel aufziehen.“ In den Play-offs hatte sich Aachen seinerzeit dank des größeren Siegeswillen gegen Dresden durchgesetzt. Die Aufschläge der Ladies waren mit mehr Risiko gekommen, so dass Dresden von Beginn an unter Druck gestanden hatte. Ein Erfolgsrezept auch für die Liga?