Ladies in Black haben in Dresden nach der Niederlage die zweite Chance

Nach der knappen Niederlage : Ladies in Black haben in Dresden die zweite Chance

Erik Reitsma, Co-Trainer der Ladies in Black Aachen, schob nach dem letzten Ballwechsel Daumen und Zeigefinger ganz dicht aufeinander und zeigte an, wie eng es im zweiten Viertelfinal-Play-off zwischen Aachen und dem Dresdner SC zugegangen war.

Mit 2:3 (25:16, 22:25, 26:28, 25:23, 14:16) wurden die Gäste als Gewinner gewertet, und für die Ladies geht es dann am heutigen Freitag schon wieder per Bus bis ans andere Ende der A4 Richtung Osten, um am Samstag (16.10 Uhr) das dritte und entscheidende Spiel um den Halbfinal-Einzug auszutragen.

Bitter ist allerdings, dass Dresden bislang eigentlich kein Spiel gewonnen hat, denn das erste Kräftemessen gewannen die Aachenerinnen, und im zweiten schlugen sie sich in den entscheidenden Phasen selbst. Gleich vier Aachener Aufschläge in entscheidenden Phasen – zum 23:21 und 24:22 für Dresden im zweiten Satz, zum 25:25-Ausgleich für den Gegner im dritten und zum Matchball im Tiebreak – landeten nicht in der gegnerischen Hälfte. Geschenke für ein abgezocktes Team wie Dresden, das sich nicht zwei Mal bitten ließ und Danke sagte.

Gewonnen haben die Gäste jedenfalls den Psychokrieg rund um dieses Alles-oder-nichts-Spiel für den eigentlich favorisierten Dresdner Sportclub: Trainer Alex Waibl versuchte, die mitgereisten zwei Hände voll Dresdner Anhänger zu pushen. während seine Co-Trainer das Schiedsgericht bearbeiteten wie den Vierten Offiziellen in der Fußball-Bundesliga. Dass Dresden zu Beginn des Tiebreaks zwei Punkte abgezogen wurden, weil erst Maria Segura nach der letzten Verwarnung erneut heftig protestierte und daraufhin Katharina Schwabe den „Scheibenwischer“ auspackte, ist sicher auch nicht das ruhmreichste Kapitel der Play-offs.

So machte sich unter dem Aachener Anhang und auch unter den Spielerinnen nach dem letzten Ballwechsel eine Stimmung breit, als sei man gerade gegen den Deutschen Meister von 2014 bis 2016 und Pokalsieger von 2018 ausgeschieden. Dabei hatten die Ladies lediglich den ersten von zwei möglichen Matchbällen vergeben. Vielleicht ist ja beim dritten Aufeinandertreffen der psychologische Vorteil wieder beim „Underdog“ aus Aachen. Denn Dresden stand nach dem verlorenen Hinspiel mit dem Rücken zur Wand und hat sich aus dieser Situation rausgekämpft, während die Ladies in der „Alles kann, nichts muss“-Gewissheit nicht das allerletzte Prozent herauskitzeln konnten. Unter dem Aspekt kann Aachen nur noch gewinnen.