Ladies in Black bitten Jana-Franziska-Poll um Vertragsauflösung

Schwarze Stunde bei den Ladies in Black : Poll spielt nächste Saison doch nicht in Aachen

Volleyball-Bundesligist Ladies in Black bittet Nationalspielerin Jana-Franziska Poll völlig überraschend um eine Vertragsauflösung. Die Aachener müssen einen reduzierten finanziellen Kurs fahren.

Die Nachricht kam zur Unzeit – wenn es denn überhaupt eine gute Zeit für Nachrichten dieser Art geben kann: Volleyball-Bundesligist Ladies in Black Aachen hat Nationalspielerin Jana-Franziska Poll darum gebeten, ihren bereits unterschriebenen Vertrag für die kommende Saison aufzulösen. Und die 31-Jährige, die gerade mit der Nationalmannschaft bei den Volleyball-Europameisterschaften ein überragendes Turnier spielt, hat dem ungewöhnlichen Ansinnen zugestimmt.

Das Team von Trainerin Saskia van Hintum wird also mit elf statt der geplanten zwölf Spielerinnen in die neue Spielzeit gehen und auf die Führungsspielerin schlechthin verzichten. „Sportlich und menschlich ist das natürlich ein Rückschlag für uns. Ich hatte mich sehr auf die Zusammenarbeit mit einer Spielerin dieser Qualität gefreut. Ich kann aber die Entscheidung der Verantwortlichen nachvollziehen und akzeptiere sie. Der Wunsch, erstmals eine zwölfte Spielerin im Kader zu haben, war groß, dieser ist aber aktuell finanziell wohl nicht darstellbar“, kommentierte Cheftrainerin Saskia van Hintum diese Entwicklung.

Als Grund für diesen drastischen Schritt nennt der Verein in einer Pressemitteilung „wirtschaftliche Vorsicht“. Eine Formulierung, die mit finanziellen Problemen sicherlich nicht allzu falsch übersetzt ist. „Wir haben Signale von Sponsoren bekommen, dass sie ihr Engagement nicht fortsetzen“, räumt Frank Schidlowski, Vorsitzender des PTSV Aachen, dem Mutterverein der Ladies in Black Spielbetriebs GmbH, ein.

„Die ganze Situation kam für uns völlig überraschend, noch im Mai, bei der zurückliegenden Stufe des Lizenzierungsantrags, hat sich das nicht abgezeichnet.“ Genau hier dürfte auch der Grund zu suchen sein, warum der Verein die Probleme zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich gemacht hat, denn zum 1. September müssen die Unterlagen für die nächste Stufe des Lizenzierungsprozesses bei der Volleyball-Bundesliga (VBL) eingereicht werden.

„Ich bin allerdings verhalten optimistisch, dass wir das gestaltet bekommen“, sagt der PTSV-Vorsitzende und verweist auf das Entgegenkommen anderer Geldgeber. „Von allen Sponsoren, mit denen wir in der Zwischenzeit gesprochen haben, haben wir extrem positive Reaktionen erfahren.“

„Positive Reaktionen“ im Zusammenhang mit Sponsoren dürfte übersetzt bedeuten, dass die wichtigsten Geldgeber sich bereit erklärt haben dürften, ihr finanzielles Engagement zu erweitern und zu helfen, das Loch, das sich scheinbar unerwartet aufgetan hat, zu stopfen. Ob dies in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit gelingen kann, wird die Reaktion der VBL zeigen.

Mehr von Aachener Zeitung