Ladies in Black Aachen besiegen SSC Palmberg Schwerin 3:2

Ein 3:2-Sieg zum Saisonbeginn : Ladies in Black zeigen beim Vizemeister keine Nerven

Die Ladies in Black wehrten beim deutschen Vizemeister SSC Palmberg Schwerin fünf Matchbälle ab und gingen nach dem 19:17 im Tiebreak als Sieger vom Feld. Selbstvertrauen und Unbefangenheit gaben den Ausschlag.

Am Ende des nervenaufreibenden und kräftezehrenden Abends, nach 131 Minuten reiner Spielzeit, da hatten die Spielerinnen der Ladies in Black Aachen und der Trainer- und Betreuerstab drumherum noch genug Power, um ein wildes Tänzchen in der ausverkauften halle des Schweriner SC hinzulegen. Kein Wunder: Die Mannschaft von Trainerin Saskia van Himtum hatte gerade das eigentlich Unmögliche geschafft und den Deutschen Vizemeister und Rekordtitelträger vor eigenem Publikum mit 3:2 (27:25, 25:21, 20:25, 17:25, 19:17) besiegt, bezwungen, beeindruckt.

Was nach dem dramatischen Finale, als die Aachenerinnen insgesamt fünf Matchbälle der Mannschaft von Trainer Felix Koslowski abgewehrt hatten, zu einer Riesensensation geworden war, das war nach nur zwei Sätzen bereits eine kleine, denn die Ladies in Black hatten dem Heimteam bereits die ersten beiden Sätze abgenommen, also mindestens einen Punkt bereits nach einer Stunde entführt. Doch so hatte auch das Aufeinandertreffen in der Vorsaison begonnen, und am Ende war Schwerin trotzdem als Sieger vom Platz gegangen.

„Diesmal haben wir gezeigt, dass wir das Selbstvertrauen haben und dass wir uns nicht verrückt machen lassen, wenn es gegen uns läuft“, lobte auch Aachens Trainerin Saskia van Hintum die mentale Stärke ihres Teams. Denn die Schwerinerinnen rappelten sich nach dem knapp verlorenen ersten und dem deutlich abgegebenen zweiten Satz noch einmal auf.

Vor allem gelang es dem SSC, die hohe Eigenfehlerquote zu senken und die Ladies über die beiden Außenangreiferin McKenzie Adams und Kimberly Drewniok sowie die bärenstarke Mittelblockerin Lauren Barfield stärker unter Druck zu setzen. So hielten die Aachenerinnen in den Sätzen drei und vier zwar über weite Strecken durchaus mit, konnten dem starken Schlussspurt allerdings nur noch wenig entgegensetzen. Vor allem nach dem vierten Durchgang, der Schwerin gleich acht Satzbälle bescherte, hätten wohl nur noch Wenige darauf gesetzt, dass das junge Team um Aachens Kapitänin Mareike Hindricksen noch einmal ins Spiel zurückfinden würde.

Aber vielleicht war es ja gerade die Unbefangenheit der Diagonalangreiferinnen Maja Storck (20) und Polina Malik (20) und Außenangreiferin Emilie Olimstadt (18), die die Ladies fest an den eigenen Erfolg glauben ließ. Die Aachenerinnen gingen mit 10:6 in Führung, doch dann folgte das letzte Aufbäumen der Schwerinerinnen, die sich im ersten Saisonspiel und vor eigenem Publikum nicht die Blöße einer Niederlage geben wollten.

Es folgte ein Schlagabtausch, der auch als Krimi-Drehbuch herhalten könnte: Ein Angriff von Vanessa Agbortabi und ein Block von Tessa Polder wehrten die ersten beiden Schweriner Matchbälle ab. Der dritte scheiterte, weil eine Schweriner Spielerin Netzberührung hatte. Matchball Nummer vier war zunichte gemacht, als ein erfolgreicher Block von Tessa Polder auf die Grundlinie fiel. Dem fünften machte ein Angriff von Maja Storck den Garaus, bevor ein Fehler der Schweriner Annahme die erste Siegchance für die Ladies brachte. Dass die frühere Aachener Kapitänin McKenzie Adams ihren Angriff nicht im Feld unterbrachte, war der Schlusspunkt dieser denkwürdigen Partie. „Das war der absolute Hammer“, feierte Maja Storck anschließend. „Solch ein Spiel ist der Grund, warum man diesen Sport betreibt.“ (rom)

(rom)
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