Ladies in Black : Für Poll war „die zusätzliche Belastung groß“

Jana-Franziska Poll war als die Führungsspielerin bei den Ladies in Black Aachen vorgesehen. Nun hat der Volleyball-Bundesligist den Vertrag kurzfristig aufgelöst. Roman Petry sprach mit der 31-jährigen Außenangreiferin.

Die Ladies in Black Aachen bitten Sie, ihren Vertrag aufzulösen, kurz danach werden Sie beim italienischen Klub VolAlto Caserta vorgestellt. Wie ist das möglich?

Jana-Franziska Poll: Ich habe erst zwei Tage vor dem Beginn der Europameisterschaft durch meinen Manager erfahren, dass es Probleme mit meinem Vertrag in Aachen gibt und erst kurzfristig, dass Aachen den Vertrag nicht erfüllen kann. Zum Glück war mein neuer Klub noch auf der Suche, so dass ich direkt einige Tage später zusagen konnte.

Aber Sie hätten doch auch auf Einhaltung Ihres Vertrages bestehen können.

Poll: Und dann? Dann hätten wir vielleicht nur zehn Spielerinnen gehabt oder die finanziellen Probleme wären im Laufe der Saison noch größer geworden, und Aachen hätte vielleicht irgendwann keine Spielergehälter zahlen können.

Die Situation muss schlimm für Sie gewesen sein, gerade in der Drucksituation bei der Europameisterschaft.

Poll: Ja, das stimmt. Die zusätzliche Belastung durch die unklare Situation neben der Europameisterschaft war groß. Vor allem, weil zu viel Ungewissheit herrschte, was mit mir und dem Verein passiert. Es war schwer, sich unter den Umständen zu 100% auf die Spiele zu konzentrieren

Dabei war die geplante Rückkehr nach Aachen so etwas wie eine Herzensangelegenheit für Sie, oder?

Poll: Ja, auch für mich und meinen Mann und ein gemeinsames Zusammenleben nach mehrjähriger Fernbeziehung. Ärgerlich ist, dass die Umstände so spät an mich herangetragen worden sind, da ich mich sonst frühzeitig und in Ruhe um eine Alternative hätte kümmern können


Werden wir Sie trotzdem irgendwann im schwarzen Trikot sehen?

Poll: Vielleicht spielen wir ja das Achtelfinale am Sonntag in schwarz.

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