„Dresden wird keine Geschenke machen“: „Dresden wird keine Geschenke machen“

„Dresden wird keine Geschenke machen“ : „Dresden wird keine Geschenke machen“

Die Ladies in Black können nach dem Auswärtssieg bereits im Rückspiel den Einzug ins Halbfinale klarmachen

Das erste Viertelfinale in den Play-offs um die deutsche Volleyball-Meisterschaften haben die Ladies in Black Aachen beim Dresdner SC mit 3:2 für sich entschieden. Am heutigen Mittwoch (19.30 Uhr) empfangen die Aachenerinnen das Team aus Sachsen zum Rückspiel. Ein Sieg bedeutet für die Ladies den Halbfinaleinzug, bei einer Niederlage folgt am Wochenende ein Entscheidungsspiel in Dresden. Mit Aachens Trainerin Saskia van Hintum sprach Roman Sobierajski.

Frau van Hintum, was werden Sie am Samstag unternehmen?

Saskia van Hintum (lacht): Diese Frage kann ich erst nach dem Spiel am heutigen Abend beantworten. Aber soviel: Meine Spielerinnen und ich sind nicht sonderlich erpicht auf lange Busfahrten.

Wie groß ist die Nervosität vor dem zweiten Kräftemessen mit Dresden?

van Hintum: So wie vor allen entscheidenden Spielen. Die letzten drei Meisterschaftsspiele waren schon kleine Finalspiele für uns, jetzt folgen die großen. Wenn man zwei Mal verliert, ist Schluss.

Ihre Mannschaft hat die erste Begegnung gewonnen. Ist das auch ein psychologischer Vorteil?

van Hintum: Dresden hat sich das sicher anders vorgestellt. Wir können nach dem Auswärtssieg nun den Heimvorteil selber nutzen.

Im Fußball würde man sagen, dass man den Gegner jetzt kommen lassen kann.

van Hintum: Im Volleyball kann man nicht abwarten und schauen, wie der Gegner drauf ist. Wir müssen selbst agieren. In der Hauptrunde haben wir in Dresden abgewartet und sind weggehauen worden. Im Play-off-Spiel haben wir von Anfang an dagegengehalten. Anders geht es nicht.

Ist die Beobachtung richtig, dass Sie in dieser Saison im Durchschnitt über die bislang stärkste Mannschaft verfügen?

van Hintum: Wir hatten auch im letzten Jahr eine starke erste Sechs mit Adams, Bongaerts, Polder, Stoeten, Kalinovskaya und Knip. Jetzt haben wir aber mehr Möglichkeiten zu variieren, wenn eine Spielerin abfällt.

Davon ist nur Libera Kirsten Knip übrig geblieben, die eine herausragende Saison spielt und der Mannschaft viel Sicherheit gibt.

van Hintum: Das stimmt. Sie ist enorm wichtig für die anderen Spielerinnen, weil sie immer bereit ist, selbslos zu kämpfen und ihre Leistung zu bringen. Die Bälle, die sie hinten noch rauskratzt, geben der Mannschaft Selbstvertrauen.

Das Hinspiel hat das mental stärkere Team gewonnen. Aber das kam man kaum trainieren, oder?

van Hintum: Zum Teil schon. Man kann Aufgaben stellen, bei denen sich die Spielerinnen durchsetzen, wieder herankämpfen müssen.Einige mussten schon seit der Jugend fighten, um jetzt da zu sein, wo sie sind. Anderen wurde das leichter gemacht, weil sie mehr Talent haben. Das ist ein Riesenunterschied. Ich kann die Herausforderung stellen, aber den letzten Schritt müssen sie selbst gehen.

Die Dresdnerinnen schienen etwas überrascht nach der Einwechslung von Maja Storck auf der Diagonalposition.

van Hintum: Maja hat gut und variantenreich angegriffen. Aber echte Überraschungen sind kaum drin, dafür kennen sich die beiden Teams zu gut und man kann nicht in so kurzer Zeit prinzipiell alles umstellen. Aber Dresden wird alles versuchen, wir werden sehen, was sie verändern und darauf reagieren.

Das Hinspiel endete 105:104 für Aachen, wenn man diePunkte addiert. Knapper gehts nicht mehr.

van Hintum: Man kann auch ein Fünf-Satz-Spiel gewinnen und weniger Punkte als der Gegner haben. Schon die letzten beiden Begegnungen waren Riesenfights. Und auch diesmal wird uns Dresden keine Geschenke machen. Wir müssen den Sieg erkämpfen.