Aachen: „Ladies in Black“: Stoltenbergs Ampel springt auf Grün um

Aachen : „Ladies in Black“: Stoltenbergs Ampel springt auf Grün um

Am späten Donnerstagnachmittag war es dann soweit: Das Symbol hinter dem Namen von Femke Stoltenborg sprang in der Kaderliste der „Ladies in Black“ Aachen auf der Homepage der Volleyball-Bundesliga von rot auf grün um.

Das Aufatmen bei den Verantwortlichen des Tabellenneunten war groß, denn somit war die 25-jährige Zuspielerin, die erst am Dienstagnachmittag zur ersten Trainingseinheit zum Team gestoßen war, für die kommende Begegnung beim VC Wiesbaden am Samstag (19 Uhr) spielberechtigt.

Somit kann die niederländische Nationalspielerin, die bereits in der Saison 2013/14 für die „Ladies“ spielte, die Aufgaben erfüllen, die sich Trainerin Saskia van Hintum und die Verantwortlichen des Volleyball-Bundesligisten von ihr erhoffen: Mehr Balance in die einzelnen Spielelemente der Mannschaft bringen, dem Gegner überraschende Lösungen auf der Verteilerposition präsentieren — und einfach mehr Führungsqualität in die manchmal zu mädchenhaften „Ladies“-Auftritte zu bringen.

„Neben ihrer individuellen Klasse im Zuspiel kann Femke dem Team mit ihrer Fähigkeit als ‚Leader‘ zu fungieren, sehr helfen“, freut sich van Himtum auf das vorweihnachtliche Geschenk. Für den Gegner, in dessen Reihen mit Karolina Bednarova (siehe nebenstehendes „Nachgefragt“), Dora Grozer und Simona Kosova gleich drei „Ex-Ladies“ stehen, hat diese Entwicklung den unschönen Nebeneffekt, dass sämtliche Videovorbereitung der Wiesbadener auf das Aufeinandertreffen mit den „Ladies“ zunächst einmal für die Mülltonne ist.

Dementsprechend respektvoll zeigt sich VCW-Trainer Dirk Groß: „Die Aachenerinnen verfügen über sehr gute Schnellangreifer, die nicht zur Geltung kommen dürfen. Außerdem haben sie im Zuspiel nachgelegt und das Team damit noch stärker gemacht als es ohnehin schon war“, lautet die Einschätzung des 52-Jährigen. An der generellen Taktik der Wiesbadenerinnen dürfte sich allerdings nicht viel geändert haben: „Es wird sehr wichtig sein, gegen Aachen gut aufzuschlagen“, gibt Groß seinen Spielerinnen mit auf den Weg.

Tatsächlich sind die „Ladies“ bislang gegen aufschlagstarke Gegner, die konsequent die erkennbaren Schwächen der Mannschaft ausgenutzt haben, immer wieder in Schwierigkeiten gekommen: Die fehlende Gefahr bei den eigenen Aufschlägen — ligaweit nur vorletzter Platz noch hinter dem VCO Berlin — lässt auch die Quote bei der Feldabwehr in den Keller rutschen. Als beste Aachenerin rangiert McKenzie Adams in diesem Segment erst auf Platz 35 des Rankings.

Bei anderen wichtigen Kennziffern — Annahme, Angriff und Block — finden sich die zuständigen Aachener Spielerinnen dagegen durchaus auf vorderen Rängen wieder. Bislang fehlende Balance, die sich auch in den Zahlen spiegelt.