Aachen: „Ladies in Black“ am Ziel: Als Vierte in die K.o.-Runde

Aachen: „Ladies in Black“ am Ziel: Als Vierte in die K.o.-Runde

Hätte zu Saisonbeginn ein Volleyball-Weiser die Play-off-Begegnung zwischen den „Ladies in Black“ Aachen und dem Schweriner SC vorausgesagt und angeboten, hätten auf Aachener Seite wohl alle gedacht, hier trifft nun der Achte auf den Ersten der Hauptrunde — und die allermeisten hätten eingeschlagen.

Nun kommt es zu exakt dieser Viertelfinal-Begegnung, denn die „Ladies“ schlugen im letzten Spiel der regulären Saison Potsdam mit 3:1 (22:25, 25:13, 25:20, 27:25), während Schwerin gegen Münster — ohne vier Stammspielerinnen angetreten — nur zu einem mühsamen Tiebreak-Sieg kam und den vierten Tabellenplatz der Aachenerinnen nicht mehr gefährden konnte.

Dabei sah es zunächst so aus, als würden die Aachenerinnen nach zwei empfindlichen Niederlagen an den eigenen Nerven scheitern. „Wir wussten vorher, dass wir die Partie irgendwie gewinnen müssen“, erklärte Aachens Trainer Marek Rojko die Ausgangslage aller — und seine eigene im Anschluss: „Mir war klar, dass wir zum Ende der Saison Probleme mit unserer Form, unserer Energie und unserem Spirit bekommen würden.“

Nur ein kurzes Tief

Zum Glück währte das Tief mit vielen Eigenfehlern nur einen Satz lang. Spätestens im zweiten Durchgang brachten sich die „Ladies“ mit starken Aktionen von Laura Weihenmaier und vor allem Tatiana Crkonova auf die Siegesstraße. Für die letzten Punkte sorgte Zuspielerin Femke Stoltenborg, ein Killblock brachte Punkt 24, der Bauerntrick den Satzpunkt. Doch die Potsdamerinnen steckten vor 1283 Zuschauern nie auf und forderten den letzten Einsatz. Der war vor allem im vierten Satz gefragt: Münster hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Sätze gesichert, aber das war den Spielerinnen nicht bekannt, so dass dieser Durchgang unbedingt gewonnen werden musste.

Der Satz war bis zum 19:19 ausgeglichen, dann legte Potsdam einen Zwischenspurt ein und erarbeitete sich zwei Satzbälle. Was folgte, umschreibt Hallensprecher André Schnitker gern mit einem einzigen Krimi, Karneval und Atemnot umfassenden Satz: „Alfred Hitchcock ist ‘ne Pappnase.“

Ein Killblock von Kapitänin Karolina Bednarova brachte das 23:24, ein weiterer von Crkonova den Ausgleich. Die spätere „Wertvollste Spielerin“ sorgte mit einem satten Angriffsschlag für den Matchball, den Potsdam abwehrte. Bednarova schlug zum 26:25 den gegnerischen Block an — und Weihenmaier machte den Deckel auf die erfolgreiche Saison. „Ich liebe diese Spiele“, konstatierte ein restlos entspannter und zufriedener Aachener Trainer. „Wir haben jetzt zweieinhalb Wochen Zeit, uns auf die Play-off-Spiele vorzubereiten. Und das ist ein komplett anderer Wettbewerb als die Hauptrunde.“

Eine „ganz lange Ansprache“ hatte auch Kapitänin Karolina Bednarova vorbereitet — und die klang ungekürzt so: „Dieser Sieg ist für Euch“, bedankte sich die 27-Jährige für die Unterstützung durch die Fans und fand dann doch noch einige weitere Worte: „Das hier, das war nur der Anfang. Jetzt fängt der eigentliche Spaß an. Die Mannschaft braucht das Publikum bei jedem Heimspiel in den Play-offs, als wäre es das letzte.“ Klingt irgendwie nach mehr.

(rom)
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