Aachen: „Ladies“ gehen mit viel Optimismus in die neue Saison

Aachen: „Ladies“ gehen mit viel Optimismus in die neue Saison

Das Erstaunliche ist eigentlich nicht, dass da auf dem Podium beim Volleyballbundesligisten „Ladies in Black“ Aachen Trainerin Saskia van Hintum sitzt und die beiden neuen Spielerinnen Nicole Oude Luttikhuis und Jeanine Stoeten vorstellt.

Obwohl das auch schon erstaunlich genug ist, denn van Hintum gehört zum Trainerstab des niederländischen Nationalteams, Außenangreiferin Oude Luttikhuis und die 1,93 Meter große Mittelblockerin Stoeten, die am Donnerstag frisch ihren Vertrag für die kommende Spielzeit unterschrieben hat, haben in Holland schließlich den Pokal gewonnen. Erstaunlich ist viel eher, dass da überhaupt jemand sitzt, wenn über den aktuellen Stand vor der kommenden Spielzeit gesprochen wird.

„Dass wir hier sind, ist schon etwas Besonderes“, sagt auch PTSV-Vorsitzender Frank Schidlowski. „Aber, es kommt Ruhe in die Bewegung, ein Ende ist absehbar.“ Ende August wird das Insolvenzverfahren voraussichtlich abgeschlossen sein, Anfang September sind die „Ladies“ dann wieder Chef im eigenen Haus. Und Christian Becker, Chef der Stawag, die in ihre zehnte Saison als Hauptsponsor geht, fügt an: „Nicht nur in Aachen hat der Profisport ein schwieriges Umfeld, aber wir sind stolz, hier Sponsor sein zu dürfen.“

Dass auch sportlich die Uhren auf Null gestellt wurden, zeigen die Einlassungen der neuen Trainerin, die zum Saisonauftakt persönlich erschien, obwohl es mit dem niederländischen Volleyball-Frauenteam bereits am Freitag Richtung Rio de Janeiro zu den Olympischen Spielen geht. „Ich baue gerne etwas auf“, sagt van Hintum, die nach den Spielen in Aachen auch auf das zurückgreifen kann, was sie in den Niederlanden aufgebaut hat.

So wurde Außenangreiferin Nicole Oude Luttikhuis im Oranje-Nachwuchsteam von ihr betreut und hatte kürzlich ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft. „Da geht alles viel schneller, als ich es gewohnt bin“, schildert die 18-Jährige ihre ersten Erfahrungen.

Immerhin sieben Jahre Erstliga-Erfahrung weist die 24-jährige Jeanine Stoeten auf, die als Kapitänin von Eurosped Twente in die Bundesliga wechselt. „Es wurde Zeit für mich, den nächsten Schritt zu machen und ins Ausland zu wechseln“, sagt die neue Nummer acht der „Ladies“. Die Entscheidung für Aachen fiel beiden nicht schwer, schließlich ist das niederländische Volleyball-Universum überschaubar, und dass Femke Stoltenborg, Yvon Belien und Britt Bongaerts nur Positives von ihrer Zeit bei den „Ladies“ berichteten, dürfte auch mit den Ausschlag gegeben haben.

„Für das, was ich erreicht habe, war Talent nötig, ich musste aber auch sehr hart arbeiten“, blickt van Hintum, die als Spielerin mit Berlin Deutsche Meisterin und Pokalsiegerin war, auf ihre Karriere. „Jetzt bin ich hier als Trainerin bei den ‚Ladies‘ gelandet“, sieht die 46-Jährige die Entwicklung.

Dass dies eher logisch als zufällig war, zeigt der Plan , den sie sich für ihre erste Saison gemacht hat. Co-Trainer Erik Reitsma fängt bereits Mitte August mit dem Mannschaftstraining an, für die Spielerinnen steht neben Fitness- und Balltraining auch ein Deutschkurs auf dem Programm. „Das gehört einfach dazu, wenn man als Profisportler im Ausland arbeitet“, sagt van Hintum bestimmt.

Und wohin die Reise mit ihr als Vereinstrainerin gehen soll, um beim Publikum und den Fans wieder Euphorie zu wecken, hat die 46-Jährige trotz des Vorbereitungsstresses auf die Olympischen Spiele auch schon für sich festgelegt: „In der ersten Saisonhälfte werden wir die Mannschaft zusammenschweißen und sehen, welche Qualitäten jeder hat“, lautet Teil eins der Planungen. „Und in der zweiten geht es dann voll ab“, verspricht van Hintum.

(rom)
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