Aachen: „Ladies“ finden den Kampfgeist zu spät

Aachen: „Ladies“ finden den Kampfgeist zu spät

An Dramatik ließ dieses Auftaktspiel der „Ladies in Black“ Aachen in der Volleyball-Bundesliga nichts vermissen, am Ergebnis und an einigen Spielelementen kann bis zum erneuten Aufeinandertreffen mit Schwarz-Weiß Erfurt im Pokal am kommenden Mittwoch durchaus noch geschraubt werden, wenn das Team von Trainerin Saskia van Hintum nicht erneut mit einer 1:3 (25:21, 13:25, 19:25, 30:32)-Niederlage den Platz verlassen will.

Der erste Satz ließ die 1013 Zuschauer, die die „Ladies 2.0“ frenetisch anfeuerten, erahnen, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt, die zumindest ihre offensiven Qualitäten gut auf das Spielfeld brachte. Die „Ladies“ lagen nur in der Mitte des Satzes ein einziges Mal zurück, gingen nach 25 Minuten mit 1:0 in Führung.

Die folgenden zwei Durchgänge zeigten aber auch, wo noch einiges an Arbeit auf das Trainerteam wartet: Zwar beeindruckte Erfurt mit starken Aufschlägen — vor allem Antonia Stautz bereitete der Aachener Annahme große Probleme — aber das allein kann die zum Teil zweistelligen Rückstände in den Sätzen zwei und drei nicht erklären. Erfurt versuchte konsequent, auf die erst 17-jährige Nika Daalderop aufzuschlagen, Aachens Libera Kirsten Knip ließ sich in der Annahme zu oft von ihren Nebenleuten bei der Annahme die Bälle wegnehmen, und aus der schlechten Annahme heraus entwickelten sich kaum effektive Angriffsversuche.

Aachens Trainerin setzte alle zehn zur Verfügung stehenden Spielerinnen ein (der letzte Zugang McKenzie Adams hat noch keine Arbeitserlaubnis), tauschte vier Mal die beiden Zuspielerinnen Lindsay Dowd und Kimmy Whitson, dennoch resultierte knapp die Hälfte der nur 13 Aachener Punkte im zweiten Satz aus Erfurter Fehlern. Im dritten Durchgang lagen die Gäste erneut mit 16:8 vorn, dann begann der Kampfgeist der „Ladies“ zu erwachen — zu spät, um den erneuten Satzverlust noch abzuwenden.

Dafür entschädigte der vierte Satz, der über 38 Minuten ging, für einiges zuvor Gesehene. Die „Ladies“ sahen nach großem Rückstand schon wie die sicheren Verliererinnen aus, fighteten sich aber bei 19:19 zum Gleichstand heran, erarbeiteten sich zwei Satzbälle, die nicht genutzt werden konnten, und wehrten sogar den ersten Erfurter Matchball ab. Auch die Satzbälle drei bis sechs konnten die Gäste nicht in den Tiebreak zwingen, wobei der letzte Versuch unglücklich nur Zentimeter im Aus landete. Der Aufsteiger schlug in der Folge ein Ass zum erneuten Matchball, der das 32:30 und somit die Entscheidung zugunsten von Erfurt brachte. „Erfurt war besser“, räumte Saskia van Hintum ein, „aber wir haben bereits am Mittwoch die Chance zu zeigen, dass wir es besser machen können. Ich bin stolz auf das Team.“

Aachen: Dowd (Whitson), Daalderop, Stoeten (Polder), Baciu, Oude Luttikhuis (Neuhaus), Kalinovskaya, Knip