Aachen: Keine weiteren Auflagen für die Ladies in Black Aachen

Aachen : Keine weiteren Auflagen für die Ladies in Black Aachen

„Am Ende der Reise ist das für den PTSV eine ganz, ganz wichtige Entscheidung“, meint Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Volleyball-Bundesliga. Natürlich ist auch dem Liga-Chef im fernen Berlin nicht verborgen geblieben, dass auch bei den Ladies in Black Aachen die ersten konkreten Schritte auf den Weg gebracht worden sind, eine neue, ligataugliche Halle entstehen zu lassen.

Zwar ist der Weg bis zum ersten Spatenstich auf dem Gelände des Polizeipräsidiums in der Soers noch lang und steinig, doch Jung zeigt sich von den Aachener Vorstellungen beeindruckt: „Es gibt bundesweit verschiedene Modelle für die Finanzierung, etwa über die Kommune oder Sponsoren. Aber, wenn der Verein selbst Geld in die Hand nehmen will, um solch einen Bau zu finanzieren, ist das durchaus bemerkenswert.“

Momentan durchläuft das Projekt die zuständigen politischen Gremien der Stadt Aachen, werden hier die Rahmenbedingungen geschaffen — etwa der Ankauf des 33500 Quadratmeter großen Areals vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW — kann sich der PTSV Aachen als Mutterverein der Ladies in Black um die Finanzierung bemühen. Nach Informationen unserer Zeitung liegt das gesamte Investitionsvolumen bei 20 Millionen Euro, die Volleyballhalle würde dabei mit rund sieben Millionen zu Buche schlagen.

Bislang spielen die Aachener Bundesliga-Volleyballerinnen im Ligabetrieb mit einer Ausnahmegenehmigung der Bundesliga, dürfen aber die Play-off-Spiele und die Pokalspiele ab Halbfinale nicht mehr dort austragen, da die Halle unter anderem nicht die notwendige Deckenhöhe aufweist. So wurde in den letzten beiden Jahren der Umzug nach Maaseik notwendig, wo die PTSV-Verantwortlichen in der dortigen Halle von Noliko Maaseik ein schönes Beispiel dafür fanden, dass ein Verein den Bau und auch den Betrieb solch eines Projekts stemmen kann.

Wichtiger Standort in der Liga

„Aachen hat in den letzten Jahren eine positive und kontinuierliche Entwicklung genommen“, kommt auch Lob von Klaus-Peter Jung. „Der Verein ist wirtschaftlich gesund und spielt auch sportlich eine gute Rolle. Die Mannschaft ist mit ihrem schnellen Spiel durchaus prädestiniert, auch mal einen der drei großen Klubs zu schlagen. Der Standort Aachen spielt eine wichtige Rolle in der Liga.“

Dass dies keine Sonntagsreden sind, sondern Volleyball-Bundesliga dem Projekt Ladies in Black Aachen tatsächlich wohlwollend gegenüber steht, ist durchaus belegbar: „Die Aachener haben signalisiert, dass sie auch international antreten wollen“, sagt der VBL-Geschäftsführer. „Die Liga würde ihnen da keine Steine in den Weg legen.“ Sollte das Abenteuer Europa — der Bronzemedaillen-Gewinner ist sportlich für den CEV-Cup und den Challenge-Cup qualifiziert — tatsächlich finanzierbar sein, wären auch die PTSV-Verantwortlichen nicht abgeneigt.

Auch aufgrund dieses guten Zeugnisses will die Liga dem Verein keine weiteren Auflagen bezüglich der Heimspiele machen, wenn das Projekt Hallen-Neubau weiter vorangetrieben wird. „Natürlich würden wir als Liga nachfragen, sollten vom Genehmigungsverfahren bis zum ersten Spatenstich einmal zwei Jahre vergehen, ohne dass sich etwas tut“, sagt Jung. „Aber, solange die Vereine die Entwicklung sukzessive nachweisen können, werden wir als Liga alles mit Maß und Ziel machen.“

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