Aachen: Harte Arbeit bleibt für Maja Burazer der Erfolgsschlüssel

Aachen: Harte Arbeit bleibt für Maja Burazer der Erfolgsschlüssel

Für Maja Burazer könnte die Woche eigentlich auch acht Tage haben: „Wir arbeiten hart, wir geben alles, nur der Erfolg muss sich dann auch einstellen, sonst ist es nicht nur für Profisportler bitter.“ Seit Saisonbeginn trägt die 26-jährige Kroatin das Trikot der „Ladies in Black“ Aachen in der Volleyball-Bundesliga — und harte Arbeit ist für die Diagonalangreiferin der Schlüssel zum Erfolg.

„Gewinnt man, gibt man anschließend alles, um den Erfolg zu erhalten. Verliert man, gibt man danach auch alles, um das zu ändern.“ Dass ihr dabei aufgrund ihrer Solorolle auf Diagonal besondere Verantwortung zukommt, ist der Nationalspielerin klar: „Volleyball ist ein Mannschaftssport, und wir versuchen auf dem Platz füreinander da zu sein und nicht die Schuld auf die ein oder andere zu schieben. Aber meine Aufgabe als Diagonalangreiferin liegt eben auch darin, aus einer schlechten Annahme heraus oder nach einem nicht so guten Zuspiel die Punkte zu machen.“

Genau das funktionierte bei den „Ladies“ im letzten Spiel gegen Suhl zwei Sätze lang hervorragend — und zwei weitere und im Tiebreak überhaupt nicht. „Wir fangen meistens sehr stark an, spielen einen tollen ersten Satz, lassen dann in der Konzentration nur ein wenig nach. Das bewirkt im Volleyball einen Domino-Effekt“, findet die 26-Jährige eine Erklärung für die schwankenden Leistungen.

Burazer selbst hatte zu Saisonbeginn auch mit einem stotternden Motor zu kämpfen: „Ich war Anfang August für zwei Wochen in Aachen, um das Team und den Trainer kennenzulernen. Danach war ich einen Monat lang mit der kroatischen Nationalmannschaft unterwegs und hatte zur Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison nur zehn Tage,“, erinnert sich Burazer. „Zudem habe ich im Nationalteam eine ganz andere Rolle als in Aachen. Hier bin ich einer der Leader, eine von den erfahrenen Spielerinnen, auf die alle schauen. Im Nationalteam bestand meine Aufgabe darin, die Außenangreiferinnen zu unterstützen.“

In Hamburg haben sich die „Ladies in Black“ vor neun Tagen im Pokal durchgesetzt und für das Halbfinale qualifiziert — und eben dieses Hamburger Aurubis-Team ist am Samstag (18 Uhr) erneut der Gegner für die Aachener Mannschaft. Einen Selbstläufer sieht Maja Burazer nicht: „Die Hamburgerinnen haben gegen uns unter ihren Möglichkeiten gespielt“, glaubt die 1,88-Meter-Frau. „Wir müssen die Partie so angehen, als wäre es ein ganz neuer Gegner.“

Dreimal im Pokalfinale

Ein Sieg sollte dennoch bei der erneuten Fahrt an die Alster herausspringen, allein schon, um den angestrebten Punkte-Fahrplan bis zum Jahresende halten zu können: „Wir wollten aus den sechs Partien bis Weihnachten fünf Siege holen. Jetzt haben wir dreimal gewonnen und einmal im Tiebreak verloren“, zählt Burazer auf, dass nun bis zum finalen Spiel einen Tag nach Weihnachten im Pokal noch zwei Siege verbucht werden sollen — in Hamburg und gegen Schwerin. Krönender Abschluss soll dann gegen Vilsbiburg der mögliche Einzug ins Pokalfinale werden, wobei sich die sportliche Vita der 26-Jährigen halb zuversichtlich liest: Mit Split stand Burazer drei Mal in Folge im Pokalfinale — ging aber ebenso oft als „Vize“ vom Platz.

In Aachen haben sich bislang jedenfalls ihre vor der Saison gehegten Hoffnungen erfüllt: „Ich kannte die Halle aus meiner Zeit in Köpenick. Als das Angebot kam, war die Aussicht, vor vollem Haus und begeistertem Publikum zu spielen, mitentscheidend“, erklärt die Diagonalspielerin. Dass die Begeisterung auch Erwartungsdruck mit sich bringt, sei dann das Schicksal des aktuellen Teams nach der Ausnahmesaison.

So ist es egal, dass die Pause über Weihnachten nur drei Tage währt und das Training am ersten Weihnachtstag wieder anfängt. Und ein bisschen egal ist auch, ob die Tage davor erfolgreich oder weniger erfolgreich waren: So oder so gibt Maja Burazer anschließend alles, um den Erfolg zu halten — oder den Misserfolg zu vertreiben. Am besten acht Tage in der Woche.

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