Düren: Evivo-Trainer kritisiert die Einstellung

Düren: Evivo-Trainer kritisiert die Einstellung

Mihai Paduretu traut dem Braten nicht. Der eindeutige 3:0-Sieg über Evivo Düren wiegt den Trainer von Generali Haching nicht in Sicherheit. Trotz des überzeugenden und zu keiner Zeit gefährdeten Erfolges zum Auftakt der Halbfinalserie um die Deutsche Meisterschaft warnt der Coach.

„So ein Auftreten wie im ersten Spiel kann sich Düren nicht mehr leisten. In vermutlich ausverkaufter heimischer Halle wird Evivo besser spielen.” Und damit dürfte der Trainer des Pokalsiegers zumindest in einem Punkt Recht haben: Die Volleyballer von Evivo werden am heutigen Samstag ab 19.30 Uhr in der Arena Kreis Düren versuchen, sich von ihrer Schokoladenseite zu zeigen, die Leistung von Mittwoch vergessen machen.

Ebendiese Leistung vor nur 579 Zuschauern vor den Toren Münchens wurmte den Dürener Coach auch am Freitag noch gewaltig: „Die Einstellung fehlte, der Wille nach nicht vorhanden, kaum keiner glaubte an den Sieg.”

Der Trainer, der sich am Freitag nach den Übungsstunden mit Evivos Geschäftsführung wegen seiner angestrebten Vertragsverlängerung an einen Tisch setzte, sah den Siegeswillen nur bei zwei Spielern: Christian Dünnes und Till Lieber. „Wer mittags angerufen wird und sich ins nächste Flugzeug setzt, um der Mannschaft zu helfen, der kommt nicht einfach aus Spaß nach Haching, der will gewinnen.” In Oberbayern zeigte sich aber auch: „Wir dürfen nicht immer hoffen, dass die Punkte, die Christian erschmettert, reichen.” Sven Anton nimmt Dünnes Mitspieler in die Pflicht: „Von den anderen Angreifern muss einfach mehr kommen. Man darf nicht denken, wenn es mal nicht läuft: Christian macht das schon.”

Doch damit genug der Kritik: „Die Mannschaft hat das Niveau, die großen Teams der Liga zu schlagen”, erinnert Anton an die begeisternden Darbietungen seiner Schützlinge beispielsweise in den Pokalpartien gegen SCC Berlin und VfB Friedrichshafen: „Die Mannschaft kann doch nichts verlernt haben”, will der Coach auch nicht die Verletztenmisere gelten lassen: „An Till hat es beispielsweise in Haching nicht gelegen. Er hat sehr gut gespielt.” Dennoch hofft der Coach, dass Fabian Kohl, der Mittwoch wegen muskulärer Probleme passen musste, wieder auf die Liberoposition zurückkehren wird.

Lieber trainierte zwar am Freitag mit, doch scheinen die Beschwerden Kohl einem Einsatz nicht im Wege zu stehen. Und so dürfte die Formation bei ersten Ballwechsel auf dem Feld stehen, die Königs Wusterhausen ausschaltete. Und so ihr verlangt der Coach: „Aggressiv dagegenhalten, kämpfen, mitdenken, dann wankt auch Haching.” Denn das Ziel ist klar: „Wir wollen das zweite Heimspiel.” Ein Sieg heute wäre da sehr hilfreich. Und Paduretu schwant vielleicht Böses: „Vor zwei Jahren haben wir im Viertelfinale auch zuerst 3:0 gewonnen. Und dann in Düren 0:3 verloren.”