Düren/Berlin: Evivo reist als Außenseiter nach Berlin

Düren/Berlin: Evivo reist als Außenseiter nach Berlin

Zum dritten Mal in Folge leistet sich Evivo Düren einen Fehlstart in die Volleyball-Bundesliga. Diesmal droht der Mannschaft von Trainer Sven Anton sogar ein Saisonauftakt mit nur einem Sieg und drei Niederlagen. Nämlich dann, wenn Evivo am Mittwoch das schwere Auswärtsspiel gegen den SCC Berlin verliert.

Düren steht auf Platz neun der Tabelle, der SCC ist Erster. Das sagt fast alles über die Rollenverteilung am Mittwochabend um 19.30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle.

Warum sich Düren zu Beginn so schwer tut? Die Antwort auf diese Frage reduziert sich auf einen einzigen Faktor. Geld ist gemeint. „Die anderen Teams holen Spieler, die wir uns ganz einfach nicht leisten können”, sagt Trainer Sven Anton. Zwar gilt auch im Volleyball der Spruch, dass Geld alleine keine Spiele gewinnt. Aber vor allem zu Beginn der Saison wiegt Geld viel. Haching und Berlin können sich fertige Spieler leisten; vom Serienmeister VfB Friedrichshafen ganz zu schweigen.

Beispiel Berlin. Der Klub von der Spree hat fünf gute, gelernte Außenangreifer in seinen Reihen. Sebastian Krause ist der jüngste und sicherlich günstigste von ihnen. Um ihn hat Evivo ebenfalls gebuhlt - vergebens. Düren hat einen Außenangreifer mit Erfahrung: den halbtags berufstätigen Christoph Eichbaum. Der Klub von der Rur ist darauf angewiesen, Talente zu finden, die sich entwickeln und - wie Nikolai Kracht in der vergangenen Saison - schnell ihren Mann stehen. Das funktioniert aber nur in den seltensten Fällen von Anfang an.

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Düren gehört finanziell nicht zu den Leichtgewichten der Liga: Stefan Hübner, Michael Olieman oder Christian Dünnes kosten gutes Geld. Top-Mittelblocker Hübner kann erst in ein paar Wochen spielen. Olieman wird zwar besser, braucht nach zwei Jahren Verletzung aber noch Zeit.

Dünnes steht auf dem Feld und ist grundsätzlich in guter Form. Aber viel Erfahrung im Außenangriff hat der 26-Jährige nicht. Deswegen mutiert Sven Anton derzeit häufig zur Gebetsmühle, wenn er immer wieder sagt: „Wir brauchen noch Zeit.” Zeit, um die Leistungsträger gesund aufs Feld zu bringen und die Talente zu verbessern. Das ist Dürens einzige Chance, oben mitzuspielen. Denn für für fertige Spieler - hier schließt sich der Kreis - hat Düren kein Geld. Zeit aber auch nicht unendlich. Denn irgendwann wird der Abstand nach oben zu groß.

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