Düren: Evivo: Die Zeit ist reif für den dritten Sieg

Düren: Evivo: Die Zeit ist reif für den dritten Sieg

Der Bart muss ab. Jaromir Zachrich ist es leid. Die noch kurzen Haare im Gesicht ärgern ihn. Doch so einfach wird der Mittelblocker von Evivo Düren seine Pracht nicht los.

Andere Männer greifen zunächst zum Langhaarschneider, dann zum Nass- oder Elektrorasierer. Und nach wenigen Minuten ist das Werk getan.

So einfach ist es aber im Fall Zachrich wirklich nicht. Denn der Mannschaftskapitän des Tabellenneunten hat sich - wie seine Teamkollegen Matthias Böhme und Joe Deimeke - geschworen: Der Bart verschwindet erst wieder nach dem nächsten Sieg Evivos. Seit sechs Spieltagen aber haben Dürens Volleyballer keinen Erfolg mehr bejubeln dürfen. Zwar hat Zachrichs Bartwuchs noch keine Rübezahlschen Länge angenommen, aber weitere sieglose Spiele will der Spielführer nicht mehr hinnehmen. Also soll der Bart heute weg.

Voraussetzung also: Der Tabellenzehnte besiegt am Mittwochabend den um einen Platz besser platzierten TV Rottenburg (Anpfiff 19.30 Uhr in der Arena Kreis Düren): „Es wird Zeit”, sagt der Mannschaftskapitän voller Zuversicht: „Wir haben immer im Training hart und auf hohem Niveau gearbeitet, keiner hat den Kopf hängen lassen. Und wer so gut arbeitet, der wird auch belohnt.” Und diese Belohnung in Form von zwei Punkten soll am heutigen Mittwoch nach langer Durststrecke erfolgen.

Es wird gegen den TV Rottenburg nicht einfach werden, den ersten Heimsieg zu erschmettern. Bekanntlich erlaubt sich Düren selbst bei hohen Satzführungen Schwächephasen, die der Gegner scham- und humorlos ausnutzt. Es gilt, diesen negativen Strudel erst gar nicht entstehen zu lassen: „Wir müssen uns die Sicherheit im Training erarbeiten, immer wieder die Automatismen üben.”

Während der Übungseinheiten rufen die Spieler ihr Potenzial ab, durch die Vielzahl der Wiederholungen soll die Stärke im Spiele wiedererlangt werden. Auch mit Unterstützung der Fans. „Sie unterstützen uns nach wie vor hervorragend”, freut sich Zachrich, „weil sie sehen, dass wir alles geben, um den Platz wieder als Sieger zu verlassen.”

Dass Anhänger nach den vergangenen Niederlagen ihren Frust mit Pfiffen artikulierten, versteht Zachrich. Kein Verständnis bringt er aber auf, wenn man dem Team vorwirft, nicht alles zu geben: „Wir setzen uns selbst unter Druck, weil wir wissen, dass wir viel besser spielen können.”

Am Mittwochabend wollen Zachrich und Kameraden diesen Beweis antreten, mit dem ersten Sieg seit dem zweiten Spieltag eine positive Serie starten, mit dem Vier-Punkte-Spiel den Anschluss an das Mittelfeld herstellen, die Play-off-Plätze nicht aus dem Blick verlieren. Und das gegen den Heimatverein des Mittelblockers, in dessen ehemaligen Team enge Freunde spielen.

Aber: „Während der Partie ruht die Freundschaft!” Gespannt sein dürfen die Dürener auch auf die Form eines ehemaligen Evivo-Akteurs sein: Nach drei Jahren an der Rur spielt Felix Isaak seit dieser Saison im Badischen.

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