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Aachen: „Einbeiner über Kopf“ als das Erfolgsrezept

Aachen : „Einbeiner über Kopf“ als das Erfolgsrezept

Das breite Grinsen behielt Karine Muijlwijk selbst dann noch, als sie nach der Partie mit den Akteurinnen ihres Ex-Teams abklatschte. Allerdings verrieten die Augen der 24-jährigen Niederländerin, in der vergangenen Saison noch unter der Flagge von Alemannia Aachen in Diensten der „Ladies in Black“, doch etwas anderes.

Mit einem kaum gefährdeten 3:0 (25:23, 25:23, 25:20) hatten ihr Aachens Bundesliga-Volleyballerinnen die Rückkehr mit ihrem neuen Team VC Wiesbaden gründlich verdorben. Entschlossenheit, eine stabile Annahme und variable Angriffsaktionen waren dabei die Bausteine zum Aachener Erfolg vor ausverkaufter Kulisse.

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Mit Jordanne Scott haben die „Ladies in Black“ des PTSV Aachen mittlerweile einen neuen „Power-Hitter“ in ihren Reihen. Mit kraftvollen Angriffsaktionen sorgte die US-Amerikanerin mit dafür, dass Wiesbadens Abwehr an diesem Samstagabend vor 1036 Zuschauern kaum Erfolgsmomente genießen durfte.

„Schon beim ersten Heimspiel hatte ich ein gutes Gefühl, obwohl wir da verloren haben. Diesmal hat mich die Atmosphäre so richtig gepackt. Dann kann ich auch mein bestes Volleyball zeigen“, freute sich Aachens Neuzugang, dessen Erfolgsrezept nicht selten der gute, alte „Einbeiner über Kopf“ war — mit der entsprechenden Kraft geschlagen ein erfolgreiches Mittel an diesem Abend.

Als Protagonistinnen für einen kleinen Alptraum mancher Gästespielerin dürften sich auch Tatiana Crkonova, Yvon Belien oder Femke Stoltenborg empfohlen haben. Aachens neue Mitte war ein wichtiger Baustein zum Erfolg, der sich auch an einer nahezu bebensicheren Blockwand manifestierte. Für den VCW gab es kaum ein Durchkommen, auch weil mit Zuspielerin Stoltenborg quasi eine weitere Mittelblockerin auf der Platte stand.

„Ein ganz besonderes Spiel, vor allem für uns Neuzugänge. Die Fans und wir haben uns gegenseitig mitgenommen“, strahlte die Niederländerin hinterher. „Es ist gut für das Selbstvertrauen, wenn man so ein Spiel ohne Satzverlust durchzieht. Wir haben gezeigt, dass wir kleine eigene Fehler kompensieren und unsere Linie behalten können.“

Stichwort Selbstvertrauen: Allen voran Tatiana Crkonova tat sich auf mehreren Ebenen gegen den Vizemeister von 2010 hervor. Im einen Moment noch Teil des Aachener Abwehrverbundes, betonierte die Mittelblockerin kurz darauf einen Angriffsball auf Wiesbadener Grund und Boden. Oder servierte eine ihrer tückischen Angaben, die schon mal wie Blei-Enten niedergehen.

Auch die Slowakin war mit sich und der Aachener Ladies-Welt an diesem Samstagabend zufrieden: „Ich bin froh, dass wir gewonnen haben. Mit der Leistung in der Abwehr haben wir das Fundament geschaffen, und auch im Angriff hat diesmal alles gestimmt.“ Auch für ihren Trainer Marek Rojko hatte Tatiana Crkonova nach dem Drei-Satz-Sieg ein Lob übrig: „Die Wechsel haben uns weitergebracht, das waren gute Entscheidungen.“

Der Gelobte gab sich zufrieden-vorausschauend: „Der erste Heimsieg war für mich eine tolle Erfahrung. Wir sind stark nach innen und außen, das hat man in diesem Aufeinandertreffen auch gesehen. Es geht immer noch besser, diesen Gedanken müssen wir uns bewahren. Das waren heute drei wichtige Punkte, bald gelten unsere Gedanken schon wieder dem nächsten Spiel.“

Einen offensichtlichen Grund zum Strahlen hatte Karine Muijl-wijk an diesem Abend dann doch noch: PTSV-Coach Rojko wählte sie zur wertvollsten Spielerin auf Wiesbadener Seite, während auf Aachener Seite Tatiana Crkonova die Ehre zukam.

Aachen: (auf dem Feld) Crkonova (Rejzovic), Stoltenborg (Ponte), Bednarova, Belien, Scott (Stankova), Weihenmaier, Valachova