Düren: Aus im Viertelfinale: Bühl ist für Evivo eine Nummer zu groß

Düren: Aus im Viertelfinale: Bühl ist für Evivo eine Nummer zu groß

Punkt 19.35 Uhr war die Bundesliga-Spielzeit 2013/2014 für Evivo Düren Geschichte. Andri Aganits, einer der Mittelblocker des TV Ingersoll Bühl, schickte Evivo Düren mit einem krachenden Angriff in die frühe Sommerpause.

Sein Team hatte auch das zweite Play-off-Viertelfinalspiel gewonnen: Nach dem 3:1-Erfolg im Badischen siegten die Spieler des argentinischen Trainers Ruben Wolochin auch in der Arena Kreis Düren vor 1300 Zuschauern 3:0 (25:19, 26:24, 25:21).

Und Matthias Pompe, Dürens erfahrener Außenangreifer und Annahmespieler, konstatierte: „Schade, heute wäre mehr drin gewesen, wir hätten Bühl schlagen und damit das dritte Spiel erzwingen können.“ Damit hatten eigentlich auch die „Moskitos“ gerechnet. Die organisierten Fans Evivos waren in Gedanken schon wieder in der Großsporthalle in Baden-Württemberg: „Ich gehe davon aus, dass wir am Mittwoch erneut fahren werden“, meinte Ober-Moskito Stefan Kriebs.

Dass die Hoffnungen der Hausherren und ihrer Fans zerstoben, lag am Verlust des zweiten Satzes: „Wenn Du einen Abschnitt so verlierst, ist es schwer, wiederzukommen“, sagte Erich Peterhoff. Der Geschäftsführer der gepe Gebäudedienste Peterhoff, der einst selbst Zuspieler des Erstligisten war, hatte an dem 24:26 schwer zu knabbern. Und nicht nur er, hatten die Schützlinge von Trainer Michael Mücke doch bereits 23:17 und 24:22 geführt.

Die Zuschauer hatten sich ob des erhofften Satzgewinns ihres Team von den Plätzen erhoben, wie in besten Zeiten hatten sie die Spieler angefeuert, doch: „Wir haben nicht die Ruhe bewahrt“, trauerte auch Jelle Hilarius der vertanen Gelegenheit. Der Niederländer, der den an der Hüfte verletzten Sebastian Gevert vertrat, hatte in eben der Schlussphase das Pech, Angriffe nicht erfolgreich abzuschließen.

Dürens Volleyballer haderten aber auch mit dem Schiedsrichter und seinem Gespann. Beispielsweise als AJ Nally beim Stand von 23:20 einen Zähler nicht zugesprochen bekam, weil der Schiedsrichter den Ball ausgab, während Dürens Spieler und Fans eine Bühler Berührung des Balles gesehen hatten. Ob des entgangenen Punktes ärgerte sich Nally, dem mehrere gute Angebote aus dem Ausland vorliegen sollen und den Evivo kaum wird halten können, immens. Und als Sekunden später der Schiedsrichter einen Ball nach einem Bühler Angriff im Feld sah, während Evivo ihn im Aus wähnte, war der Satz gegessen.

Frust zog ein in die Dürener Reihen, und Erich Peterhoff sollte Recht behalten: Satz 3 ging auch an die Gäste. „Der zweite Satz hat uns das Genick gebrochen, obwohl wir im dritten Satz immer wieder Rückstände aufgeholt haben“, bilanzierte Matthias Pompe. „Wir haben im zweiten Satz sehr gut gespielt, aber im Endeffekt“, sagte Jaromir Zachrich, der Mannschaftskapitän, „ hat das Team mit dem deutlich höheren Etat den Einzug in das Halbfinale geschafft.“ Trotzdem habe Evivo eine „tolle Saison“ gespielt, betonte der Kapitän.

So blieb Dürens Spielern, Trainer Michael Mücke und Physiotherapeuten nur der Applaus der Zuschauer und ein Bildband. Evivos Verantwortliche schenkten ihnen einen Band mit den besten Bildern der Saison. Für einige Aktive dürfte das farbige Werk gleichzeitig ein Abschiedsgeschenk sein.

Trainer Michael Mücke und der Sportliche Leiter Goswin Caro werden jetzt die Vertragsgespräche mit den Aktiven beginnen: „Wir sind mit der Mannschaft sehr zufrieden und wollen nach Möglichkeit die meisten Spieler halten“, sagte Mücke.

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