Aachen: 1:3 gegen Hamburg: „Ladies“ zeigen einen blutleeren Auftritt

Aachen: 1:3 gegen Hamburg: „Ladies“ zeigen einen blutleeren Auftritt

Es hätte im Verlauf der bisherigen Saison sicher bessere Termine für die Autogrammstunde der „Ladies in Black“ Aachen gegeben als nach diesem Spiel gegen Aurubis Hamburg, auch wenn es das letzte Heimspiel des Jahres war. Aachens Trainer Marek Rojko war wohl gerade nicht danach gelegen, seine Unterschrift auf sein Konterfei zu setzen.

Zu sehr rumorte die Niederlage, die sich das Adjektiv „erlitten“ reichlich verdient hatte, noch in dem Volleyball-Besessenen. Mit 1:3 (23:25, 22:25, 25:21, 23:25) waren seine Spielerinnen gegen zwar engagiert, aber auch spielerisch limitiert auftretende Hamburgerinnen untergegangen. Und während die reinen Zahlen von einer halbwegs ausgeglichenen Begegnung sprechen, offenbarte der Auftritt seiner Spielerinnen genau das Gegenteil.

„Hamburg war uns vom Teamspirit her zu 100 Prozent überlegen. Bei uns stimmte wenig, nicht die Kommunikation, nicht die Emotion, nicht die Einstellung“, ärgerte sich Aachens Coach vor allem über die ersten beiden Durchgänge, die fast alles vermissen ließen, was professionellen Volleyball kennzeichnet und attraktiv macht: Die einzelnen Mannschaftsteile werkelten vor sich hin, die Annahme verdiente sich keine Bestnoten, so dass auch Zuspielerin Britt Bongaerts in Schwierigkeiten geriet, die Angreiferinnen effektiv einzusetzen. Rücklage und fehlende Kreativität ließen viele Angriffschläge zur Beute für die Hamburger Defensive werden. Und in diesem missstimmigen Konzert wollte dann auch der eigentlich gute Aachener Block nicht abseits stehen.

Nachdem die ersten beiden Durchgänge zwar knapp aber durchaus verdient an die Gäste gegangen waren und der angestrebte Dreier bereits nach einer Stunde perdu war, sollte zumindest die obligatorische Zehn-Minuten-Pause eine Veränderung bringen. Mit dem Gewinn des dritten Satzes keimte zwar noch kurzzeitig Hoffnung auf, wurde aber dennoch ein verdutzter Trainer an der Seitenlinie zurückgelassen. „Die ganze taktische Arbeit hatte Co-Trainer Manuel Hartmann übernommen. Ich habe versucht, Kontakt mit den Spielerinnen aufzunehmen, aber da kam keine Reaktion“, kam sich Rojko vor wie ein Sender ohne Empfangsstationen. So ging der vierte Satz ebenfalls an die Hamburgerinnen, so dass sich die „Ladies“ nicht einmal in den Tiebreak retteten.

Die blutleere Darbietung dürfte neben dem Abrutschen auf Platz 7 noch weitere Folgen nach sich ziehen: „Ich werde am Montag mit meinen Spielerinnen reden, um herauszufinden, wo die Ursachen lagen“, kündigte Aachens Coach an. „Und dieser Auftritt wird sicher Konsequenzen haben.“ Bei der anstehenden Partie in Dresden dürfte eine andere Startformation auf dem Feld stehen.