Aachen: Volleyball: Chemnitz steigt ab, Alemannia bliebe erstklassig...

Aachen: Volleyball: Chemnitz steigt ab, Alemannia bliebe erstklassig...

Die Situation ist in anderen Sportarten bekannt. Erstligisten verzichten darauf, die Lizenz für die nächste Saison zu beantragen, ob Zweitligisten aufsteigen wollen, ist unbekannt.

So gibt´s beispielsweise in der Tischtennis-Bundesliga auch diesmal keinen sportlichen Absteiger aus der Eliteklasse. In dieser Lage ist derzeit auch die Volleyball-Bundesliga der Frauen, nachdem die Fighting Kangaroos Chemnitz auf ihrer Homepage bekanntgegeben haben, aus wirtschaftlichen Gründen keine Lizenz für die nächste Spielzeit zu beantragen.

Die Sachsen begründen ihren freiwilligen Rückzug mit finanziellen Problemen. Sie wollten den Etat von 250.000 auf 400.000 Euro aufstocken, um konkurrenzfähig zu werden.

Das klappte nicht, also zog man die Konsequenzen. Kangaroos-Manager Stephan Franke auf der Klub-Homepage: „Unter den derzeitigen Bedingungen macht es keinen Spaß mehr. Deshalb ist es besser, sich zurückzuziehen. Ehrlichkeit ist besser als Wunschdenken.”

Nun sind die Chemnitzerinnen als Tabellenletzter bekanntlich der einzige Konkurrent von Alemannia Aachen im Kampf um den Klassenerhalt.

Das Team aus Sachsen belegt mit zwei Punkten Rückstand auf Aachen den letzten und einzigen Abstiegsplatz.

Die Alemanninnen wären also gerettet, gäbe es nicht diesen unseligen Beschluss des Vereinspräsidiums, nur dann erstklassig bleiben zu wollen, wenn man nach dem letzten Spieltag nicht den letzten Rang belegt.

„Sollten wir Letzter werden”, bestätigt Aachens Koordinator André Schnitker, „dann können wir nicht in der Bundesliga bleiben.”

Doch daran will man gar erst denken. Die Lizenz wird beantragt, das ist beschlossen. Auch wenn der Etat für die kommenden Saison von 390.000 Euro auf wahrscheinlich 270.000 Euro verringert wird. „Wir werden auf Teufel komm raus versuchen, mit weniger Geld mehr sportliche Leistung zu bekommen”, sagt Schnitker.

Doch die Planungen sind vorläufig noch auf Eis gelegt. Vorrangig ist die Lösung der Trainerfrage. Denn das Engagement von Reinhard Strauch endet zum Saisonende aus beruflichen Gründen.

„In zwei Wochen werden wir wissen, wer unser neuer Trainer sein wird”, sagt Schnitker. Vielleicht hat Alemannias Vereinsführung bis dahin ihren Beschluss ja noch einmal überdacht.

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