Düren: Volleyball-Bundesliga: Powervolleys ohne Chance gegen den Tabellenführer

Düren : Volleyball-Bundesliga: Powervolleys ohne Chance gegen den Tabellenführer

Wer sich fragt, warum Polen, der amtierende Weltmeister im Männer-Volleyball, Vital Heynen zum neuen Trainer der Nationalmannschaft macht, der hat die Antwort am Samstagabend in Düren gefunden. Da spielte Heynen, der Belgier aus dem nahe gelegenen Maaseik, mit seinem VfB Friedrichshafen gegen die SWD Powervolleys.

Heynens Team — er trainiert die Polen und den VfB künftig beide — hat gewonnen, zum 27. Mal in Folge in dieser Saison. Der Tabellenführer läuft der Konkurrenz längst davon — und das, obwohl die Liga von Jahr zu Jahr stärker geworden ist. 1:3 unterlagen die Powervolleys der derzeit in den Elementen Abwehr und Angriff aus der eigenen Abwehr wohl besten Mannschaft Europas. 25:23, 18:25, 19:25, 17:25 lauteten die Sätze vor 1500 Zuschauern in der Arena.

Dass Düren den ersten Satz nach einem 2:9-Katastrophenstart noch gewinnen konnte, zeigt, dass die Mannschaft funktioniert und kämpft, wenn sie eine Chance sieht. Und es beweist, dass sich auch eine perfekt funktionierende Volleyball-Maschine wie der VfB hin und wieder noch eine Delle in der Konzentrationslinie leistet. 2:9 lagen die Powervolleys hinten, und 17:20. Ein Ass des 20-jährigen Julius Firkal, ein Block von Michael Andrei und zwei von Düren erzwungene VfB-Fehler bedeuteten das 24:22 für die Gastgeber. Kurz danach zimmerte Edvarts Buivids einen Ball in des Gegners Feld und sicherte damit den Satz.

Bis zum 13:13 im zweiten Durchgang hielt sich der Eindruck, dass Düren das erste Team sein könnte, dass die Volleyballer vom Bodensee ernsthaft in Bedrängnis bringen kann. Tim Broshog hatte einen Friedrichshafener Angriff spektakulär geblockt. Dann aber musste Düren schnell abreißen lassen, weil der VfB das Spiel spielte, das nur er so beherrscht. Heynens Volleyballer haben es nicht mal nötig, den Gegner zu direkten Fehlern zu zwingen. Die Abwehr oder der Block packen auch dann zu mit einer in Europa kein zweites Mal vorhandenen Griffigkeit, wenn dem gegnerischen Angriff nur ein paar Prozent Druck fehlen.

Und genau dazu hat Friedrichshafen Dürens junge Außenangreifer Julius Firkal und Karli Allik gebracht. Deren Spiel war keinesfalls schlecht. Es war gegen einen Gegner, der wie kein zweiter die kleinste Schwäche nutzen kann, einfach zu grün. „Wenn man sieben Punkte in Folge abgibt, ohne einen direkten Fehler zu machen, dann sieht man, welche Qualität da auf der anderen Seite steht“, erkannte Dürens Trainer Stefan Falter an. „Die sind so diszipliniert und machen keine Fehler. Das ist brutal“, fasste Broshog die Stärken des Gegners zusammen.

Drei Sätze lang nutzte der VfB es konsequent aus, dass Düren weiter ohne seine erfahrenen Außenangreifer Dirk Westphal und Romans Sauss auskommen musste und Falter erneut Allik und Firkal durchspielen ließ. Fast jedenfalls. Sauss, der Dürener Topscorer bisher, wurde kurz eingewechselt. „Die Verletzung ist ausgestanden. Aber der Junge hatte acht Wochen keinen Trainingsrhythmus. Da kann keiner erwarten, dass er gegen Friedrichshafen spielt und das Ding reißt“, erklärte Falter. Am Samstag braucht das Team Sauss. Dann geht es darum, in Bühl Platz vier zu verteidigen. Das ist das explizite Ziel der Powervolleys bis zum Start der Playoffs Ende März.

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