Aachen: Volleyball: Alemannia will das Fell erst hinterher verteilen

Aachen: Volleyball: Alemannia will das Fell erst hinterher verteilen

Wie war das noch gleich mit dem Fell des Bären? Klar, man darf es erst verteilen, wenn das Raubtier erlegt ist. Wie ein solches kam das Team des Tabellenletten VCO Berlin bislang nun wirklich nicht daher. Dennoch werden Alemannia Aachens Bundesliga-Volleyballerinnen auf der Hut sein, um nicht doch noch Bekanntschaft mit den scharfen Zähnen des Gegners zu machen.

Am amstag ab 19 Uhr treffen die beiden Mannschaften in der Halle an der Neuköllner Straße aufeinander.

Gästetrainer Han Abbing und sein 13-köpfiger Kader - je zwei Spielerinnen aus den Geburtsjahrgängen 1993 und 95, der Rest von 1994 - haben ihre bisherigen fünf Begegnungen verloren und dabei keinen Satz für sich entschieden. „Das spielt in unseren Überlegungen keine Rolle”, betont Alemannia-Coach Stefan Falter. „Meine Spielerinnen sind bis ins letzte Detail über ihre Gegnerinnen informiert, so dass es wohl keine Überraschungen geben wird.”

Vor allem wurde den „Ladies in Black” vor Augen geführt, dass Berlin in Hamburg 17 Blockpunkte gemacht hat, was einen überdurchschnittlichen Wert darstellt. „Das und die Aufschläge sind die Bereiche, auf die mein Kollege sein Hauptaugenmerk richtet”, weiß Stefan Falter.

Gravierend geändert hat sich im Team aus der Bundeshauptstadt vor allem, dass nur noch Teile der Juniorinnen-Nationalmannschaft das VCO-Trikot tragen, weil die Leistungszentren aus Dresden und Münster inzwischen ebenfalls eine feste Rolle in der Nachwuchsförderung spielen. „Sieht man sich unsere aktuelle A-Auswahl an, fällt auf, dass alle Spielerinnen in Berlin aktiv gewesen sind”, beweist Stefan Falter, dass er hohen Respekt vor der an der Spree geleisteten Arbeit hat.

Den zollt er uneingeschränkt auch einer Spielerin, die heute Abend ihre Premiere im Aachener Bundesliga-Team feiert. Die Alemannia hat allerdings keine Neuverpflichtung getätigt. Debütieren wird die Libera der in der Regionalliga aktiven Zweitvertretung - Julia van den Berghen. Die seit dem vergangenen Monat 17-Jährige war durch einen Kreuzbandriss zu einer langen Pause gezwungen worden, hat aber vorher und auch nach dem Auskurieren der schweren Verletzung regelmäßig mit dem Bundesliga-Kader trainiert.

„Wenn wir schon ein solches Talent haben, wollen wir es jetzt auch zeigen”, erklärt Stefan Falter. „Sie wird - je nach Spielsituation - im Wechsel mit Paulina Biranowska eingesetzt.” Auch so will man an das Fell des Berliner Bären kommen.

Mehr von Aachener Zeitung