Alemannia Aachen – 1. FC Köln II: Viel Aufwand, wenig Ertrag

Alemannia Aachen – 1. FC Köln II : Viel Aufwand, wenig Ertrag

In den Mittagsstunden gab es eine gute Nachricht. Alemannia Aachen vermeldete, dass Matti Fiedler und Marco Müller ihre Verträge verlängert haben. Die beiden Abwehrspieler des Fußball-Regionallisten sollen bis mindestens Sommer 2021 am Tivoli bleiben.

Am Abend, als der erste Teil der Restsaison über die Bühne gegangen war, blieb die nächste frohe Botschaft aus: In einer über weite Strecken zerfahrenen Partie hatten die Aachener gegen die U 21 des 1. FC Köln die besseren Chancen, am Ende gab es aber eine Nullnummer im ersten Pflichtspiel des Jahres. „In der ersten Halbzeit hat man die Winterpause noch gemerkt, in Hälfte zwei stand der Gegner sehr tief“, sagte Fiedler. „Wir haben die hundertprozentige Lösung nicht gefunden.“

Da der Trainingsrückstand von Peter Hackenberg und David Pütz noch zu groß war, nahmen Kapitän und „Vize“ zu Beginn auf der Bank Platz. Marco Müller und Mo Redjeb übernahmen deren Aufgaben im 4-1-4-1-System, Alexander Heinze führte die Aachener aufs Feld.

Vor dem Stapellauf 2019 hatte Fuat Kilic einen „dominanten Auftritt“ seiner Mannschaft gefordert. Die jungen Kölner, die ebenso wie die Aachener ungeschlagen durch die Vorbereitung gekommen waren, ließen diesen aber nur bedingt zu. In der Anfangsphase lieferten sich beide Teams einen intensiven Schlagabtausch, der von vielen Abspielfehlern geprägt war.

Fehlender Rhythmus

Alemannia Aachen bleibt gegen 1. FC Köln II torlos

Stipe Batarilo (6.) gab den ersten Warnschuss ab, für die Entschärfung verdiente sich Jan-Christoph Bartels aber keine Schwerstarbeiterzulage. Ein intensiver Arbeitstag sollte es für den FC-Keeper aber dennoch werden, da seine Vorderleute den Ball immer wieder zurückpassten. Dem Spiel fehlte der Rhythmus, Mahmut Temür sorgte noch für den größten Aufreger: Der durchaus bemühte Mittelfeldspieler bekam nach einem Zweikampf mit dem Ex-Alemannen Marcel Damaschek aber keinen Elfmeter zugesprochen (11.).

Die Gäste, die die wenigsten Tore im Ligabetrieb erzielt haben, präsentierten sich auch an diesem windigen Freitagabend nicht zielstrebig genug. Nach einem Konter scheiterte Chris Führich (17.) an Keeper Daniel Zeaiter, was das Spektakulärste war, was die Geißböcke in Halbzeit eins zustande brachten. Auf der Gegenseite vergab Dimitry Imbongo (22.) nach schönem Zuspiel von Temür die größte Chance des Spiels, der Angreifer scheiterte im 1:1-Duell an Bartels. Die Führung der Aachener wäre nicht unverdient gewesen, überfällig war sie aber sicher auch nicht.

Die Aachener Defensive stand erneut sicher, Fiedler warf sich erfolgreich in einen Schuss von Vincent Geimer (26.). Der Motor in der Offensive stotterte dagegen noch, Batarilo versuchte jedoch, ihn anzukurbeln. Nach einem Doppelpass mit Temür bekam der Kilometerfresser im Aachener Spiel aber nicht genug Druck auf den Ball (36.). Ein spielerischer Leckerbissen war die erste Halbzeit nicht, kurz vor der Pause  wurden die Kräfteverhältnisse aber immerhin ziemlich treffend auf der Anzeigetafel dokumentiert: 6:2 Torschüsse wurden für die Gastgeber festgehalten.

Kilic schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, mit Wiederanpfiff erhöhten die Aachener die Schlagzahl. Und wenn es gefährlich wurde, war stets Marcel Kaiser beteiligt: Zuerst zielte der schnelle Mittelfeldspieler zu ungenau (48.), sechs Minuten später traf er nur das Außennetz. Auch die dritte Gelegenheit ließ Kaiser nach schöner Vorarbeit von Imbongo ungenutzt (58.). Die Gäste stellten ihre Angriffsbemühungen jetzt vollständig ein, die Torschussstatistik erhielt auf Kölner Seite keinen Zuwachs mehr.

Es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Kilic brachte Pütz, auch der wiedergenesene Sechser verpasste den Führungstreffer, diesmal aus der Distanz (63.). Der FC-Nachwuchs spielte schon früh auf Zeit, um das Remis über die Runden zu retten. Die Aachener reagierten mit wütenden Angriffen: Vincent Boesen scheiterte aus sechs Metern an Bartels (73.), sieben Minuten später verfehlte der in der Vorbereitung so treffsichere Angreifer die Kugel.

Die Zeit tickte unaufhaltsam herunter, der Tabellenvorletzte aus Köln sorgte durch Verletzungsunterbrechungen dafür, dass noch mehr Sekunden verstrichen. Und so machte sich eine Mischung aus Wut und Enttäuschung im Aachener Lager breit, als der Unparteiische Lukas Sauer die Partie beendete. Das torlose Remis fühlte sich nicht wie ein gewonnener Punkt, sondern eher wie zwei verlorene Zähler an. Es sei gewesen, wie so oft in den vergangen Spielen, sagte Fiedler: „Wie betreiben großen Aufwand – und am Ende fehlt uns dieses Tor.“

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