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Aachen: Van Geenberghe: „Hier zu sein, ist ein Traum”

Aachen : Van Geenberghe: „Hier zu sein, ist ein Traum”

Eigentlich hätte sich die Pressestelle das Papier für das Ausdrucken der Siegerlisten am Mittwoch sparen können.

Die Amerikanerin Beezie Maddeen auf Authentic vor dem Kanadier Eric Lamaze (Hickstead) und dem Niederländer Gerco Schröder auf Berlin lag nach dem ersten Umlauf zum Mercedes-Benz-Preis exakt das selbe Trio an der Spitze wie beim Zeitspringen tags zuvor.

Nicht nur das: Beezie Madden ging auch wieder die gleiche Husarentaktik wie beim Zeitspringen: Erneut als Vorletzte gestartet, setzte sie sich an die Spitze der Konkurrenz aus 114 Startern.

Und mit ihrem temperamentvollen Ritt sicherte sie den USA auch den dritten Platz in der Nationenwertung vor den heranstürmenden Deutschen. die nach dem Vier-Fehler-Ritt von Marcus Ehning als letztem Reiter des Quartetts bis auf 0,31 Punkte an die Vereinigten Staaten aufgeschlossen hatten.

„Hier war wohl nichts anderes zu erwarten”, kommentierte die in der Einzelwertung Führende nicht den bislang ersten Rang der Niederlande (7,01 Fehlerpunkte gesamt) und auch nicht den unerwarteten zweiten Rang der Ukraine (13,71). Die Amazone sprach vielmehr vom schweren Parcours, der den Geschmack der guten Reiter genau getroffen hat.

„Der Kurs hat viel Kraft gekostet, er hat die Pferde nicht umgebracht, aber er hat viele Fehler provoziert”, schlug der niederländische Reiter Jeroen Dubbeldam, der mit nur einem Zeitfehler die 650 Meter lange Strecke und die 14 Hindernisse bewältigt hatte, auch in diese Kerbe und lobte den Parcoursbauer Frank Rothenberger, der für die Starter ganze Arbeit geleistet hatte.

Ohne Wassersprung

„Es ist einfach nur ein Traum hier zu sein”, gab Jean Claude van Geenberghe einen Einblick in das Herz eines Sportlers, der für den Erfolg die Nationalität gewechselt hat. Der ehemalige Belgier, sein Landsmann Gregory Wathelet, sowie die beiden vormaligen Deutschen Christina Offel und Björn Nagel bilden das ukrainische Team, das nach dem ersten Tag den zweiten Rang (13,17) in der Nationenwertung belegt.

„Ich war sauer auf das belgische Team”, gestand van Geenberge ein, „dann habe ich erst meine Meinung und dann meine Nationalität geändert.” Dass das Team durch den ukrainischen Öl- und Gasmillionär Alexandre Onischenko zusammen gestellt wurde, dürfte die Entscheidung auch nicht unbedingt schwieriger und den Traum unerträglicher gemacht haben.

Am Donnerstag gilt es nun, wenn ab 18.20 Uhr der erste Starter zum zweiten Umlauf unter Flutlicht antritt, die Träume auch in Edelmetall umzumünzen. Denn bis auf die führenden Niederlande sind die Abstände von Rang zwei bis vier denkbar klein und liegen nur im Bereich eines Zeitfehlers.

An eine Änderung im Vergleich zum Mittwoch werden sich die Wettkämpfer der zehn besten Nationen im Umlauf am Donnerstag allerdings einstellen müssen: Da die Ersten noch bei Tageslicht starten und der Wassergraben bei Flutlicht eine gleißende Oberfläche aufweist, ist dieses Hindernis aus der Strecke genommen worden, um für alle die gleichen Bedingungen zu schaffen.

von der Reit-WM