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Aachen: Turkish Airline-Preis: Gelingt Lamaze der dritte Streich?

Aachen : Turkish Airline-Preis: Gelingt Lamaze der dritte Streich?

Spannend gemacht hat es Eric Lamaze dann schon einen Tag vor dem Turkish Airlines-Preis. Denn erst kurz vor Meldeschluss kam die Nennung des Kanadiers herein, der bereits 2016 das Preisgeld entgegennehmen konnte, und auch im vergangenen Jahr als Sieger bei diesem Großen Preis von Europa ins Ziel kam.

„Um eine Nüsternbreite“, machte Markus Beerbaum deutlich, wie knapp sich sein Bruder Ludger geschlagen geben musste. Ob der 50-jährige Lamaze mit seiner Stute Fine Lady heute das Triple gelingt, hängt entscheidend vom Auftreten der Konkurrenz ab — aber auch von Parcoursbauer Frank Rothenberger, der einen selektiven Kurs abgesteckt hat.

Immerhin ist der Turkish Airlines-Preis mit 100.000 Euro nicht nur der am zweithöchsten dotierte Wettbewerb des CHIO, wer die 13 Hindernisse in Umlauf und Stechen am Besten meistert, kann sich für den Rolex Grand Prix qualifizieren. Immerhin 15 Startplätze werden hier vergeben. Und so hat Rothenberger tief ins Repertoire der Parcoursbauer gegriffen und sich Gedanken über jeden Abschnitt gemacht. „Geht es aufwärts oder abwärts, ist es trocken oder feucht? Alles hat Einfluss darauf, wie schwer ein Parcours zu bewältigen ist“, komponiert Rothenberg er die Abfolge und Dichte der Hindernisse zu Schwierigkeitsgruppen.

Die Dreifache mit Doppeloxer und Steilsprung und das folgende Hindernis fünf sind so eine knifflige Aufgabe. Oder auch das große Wasser und die kurz dahinter wartenden zwei Steilsprünge. Und genau sieben Galoppsprünge liegen zwischen dem 2,10 Meter breiten Triple Bar und dem folgenden Doppelsteilsprung. „Da liegen gewellte Stangen auf, das haben die Pferde nicht so gerne“, hat sich Rothenberger eine weitere Raffinesse für die Starter einfallen lassen.

Oberstes Ziel ist natürlich, möglichst exakt das 60-köpfige Starterfeld zu sieben. „Genau das macht es aus“, sagt Rothenberger. „15 Starter können sich qualifizieren, schaffen es mehr fehlerfrei ins Ziel, gehen diese leer aus. Das wird ein kerniges Springen, das auch der Große Preis sein könnte.“

Lamaze gehört auch bei der aktuellen Auflage zu den Topfavoriten auf den Sieg, auch wenn der Kanadier bereits zu den qualifizierten Startern für den Großen Preis gehört. Denn auf „meiner phantastischen kleinen Stute“, wie der 50-Jährige seine Fine Lady liebevoll nennt, gewann er noch in der vergangenen Woche den Queen Elisabeth II Cup in Spruce Meadows — und damit auch das Preisgeld von 500.000 Dollar. Den Grund für seinen Erfolg kann der Kanadier auch exakt beschreiben: „Fine Lady ist von Natur aus schnell, auf dem Boden und in der Luft.“

Da muss sich Parcoursbauer Frank Rothenberger einiges einfallen lassen, um das Paar in Verlegenheit zu bringen.

(rom)