Trainerin der Ladies in Black zum ersten Heimspiel der Saison

Interview mit Saskia van Hintum: „Alle können spielen, alle wollen spielen“

Ein 3:0-Erfolg im ersten Saisonspiel in Erfurt, ein Sieg ohne Satzverlust im Pokal gegen Zweitligist Snowtrex Köln. Am kommenden Samstag, 18 Uhr, treten die Ladies in Black Aachen zum ersten Heimspiel der Saison der Volleyball-Bundesliga gegen die Roten Raben Vilsbiburg in der Halle an der Neuköllner Straße an. Vor der Begegnung sprach Roman Sobierajski mit Aachens Trainerin Saskia van Hintum.

Saskia van Hintum, zwei Pflichtspiele, zwei Siege. Zufriedenstellender kann ein Saisonauftakt nicht sein, oder?

Van Hintum: Das sieht einfacher aus, als es war. Ich hatte nur zwei Trainingseinheiten mit allen Spielerinnen zur Vorbereitung. Aber dafür haben wir das gut hinbekommen. Doch es hätte auch anders ausgehen können.

Sie waren bei den Weltmeisterschaften in Japan als Co-Trainerin der deutschen Nationalmannschaft dabei. Gab es denn trotzdem die Gelegenheit, die Ladies auf die Saison vorzubereiten?

Van Hintum: Natürlich habe ich auch von Japan aus im Hintergrund an der Vorbereitung mitgearbeitet, was dann zum Teil Doppelschichten waren. Hier vor Ort war mein Co-Trainer Erik Reitsma, und man kann sagen, dass sich die Arbeit gelohnt hat.

Nicht nur sie hatten einen ausgefüllten Sommer, auch vier Ihrer Spielerinnen waren mit ihren Nationalmannschaft vor Ort, was sicher auch Einfluss auf die Vorbereitung hatte.

Van Hintum: Gravierend war, dass gleich zwei Außenangreiferinnen fehlten.Wir hatten also nur eine etatmäßige zur Verfügung. Trotzdem haben wir uns in den Testspielen beachtlich gut geschlagen.

Warum war der Umbruch im Kader so groß? Nur zwei Spielerinnen wurden gehalten, neun neue mussten integriert werden.

Van Hintum: Ich habe schon zu Beginn der vergangenen Saison damit gerechnet, dass es so kommen könnte, dass uns einige Spielerinnen verlassen werden. Mir war klar, dass sie sich weiterentwickeln und den nächsten Schritt gehen würden.

Ist das der Fluch des Erfolgs?

Van Hintum: Könnte man sagen, aber der aktuelle Kader ist viel ausgeglichener als der in der vergangenen Saison. Dort hatten sich einige Spielerinnen weiterentwickelt, andere konnten an das Niveau nicht mehr herankommen.

Könnte man als Beispiel die Position der Diagonalangreiferin nennen?

Van Hintum: Dort lag sicher nicht unsere Stärke. Aber, wären wir dort etwas besser aufgestellt gewesen, hätten wir sicher mehr Möglichkeiten gehabt, wäre vielleicht auch noch mehr dringewesen. In dieser Saison ist die Lage anders: Alle wollen spielen, alle können spielen. Und wer glaubt, einen Stammplatz sicher zu haben, hat mich sicher falsch verstanden. Trotzdem haben die Spielerinnen schnell einen tollen Teamgeist entwickelt.

Die Ladies in Black verkaufen Dauerkarten für die Hauptrunde und die folgenden Play-off-Spiele. Ein neues Selbstbewusstsein?

Van Hintum: Um die Play-offs zu erreichen muss man unter die ersten Acht kommen. Das sollte uns schon gelingen.

Haben Sie als Trainerin so etwas wie ein strategisches Ziel für die nächsten Jahre?

Van Hintum: Mein Vertrag läuft am Saisonende aus.

Soll es nicht im Februar Gespräche zur Verlängerung geben?

Van Hintum: Das wusste ich nicht. Danke für die Information.

Ohne dem vorgreifen zu wollen. Wie wichtig ist für Sie eine neue Spielstätte?

Van Hintum: Die Eimer sind an der Neuköllner Straße bei Regen wieder notwendig. Zum Training pendeln wir zwischen verschiedenen Hallen hin und her, müssen immer unser Equipment mitnehmen. Eine optimale Situation sieht sicher anders aus, aber trotzdem kann man sportliche Leistung bringen. Nur rumzumosern bringt ja nichts.

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