Aachen: TK Kurhaus: Vergebliche Fahndung nach Andreas Seppi

Aachen: TK Kurhaus: Vergebliche Fahndung nach Andreas Seppi

Man kann sich seine Gedanken machen, vorausschauend handeln, die Weichen stellen — um dann doch überrascht festzustellen, dass man vor Überraschungen nicht gefeit ist. „Wir kriegen einfach keinen Kontakt hin“, stöhnt Alex Legsding, Teamchef des Spitzenreiters TK Kurhaus Aachen vor der Begegnung mit Finalcharakter bei Blau-Weiß Halle.

Doch der Reihe nach: Für die Teammanager der Tennis-Bundesligisten stellen die letzten Spieltage immer eine besondere Herausforderung dar. Die Spieler, die unter den Top 30 in der Welt geführt werden, stehen nämlich dann in der Regel nicht mehr zur Verfügung, weil sie durch die ATP verpflichtet sind, an der Masters Series in Amerika und Kanada teilzunehmen — eine Reihe von hochdotierten Turnieren, direkt hinter den Grand Slams angesiedelt, die in diesem (ungeraden) Jahr in Montreal startet.

So reifte Anfang des Jahres beim TK Kurhaus die Idee, den Italiener Andreas Seppi — aktuell die Nummer 24 der Welt, aber beim Stichtag für die Mannschaftsmeldung auf Position 31 geführt — eigens für das (vorentscheidende) Spiel in Halle in die Mannschaft aufzunehmen.

Rückenblockade

Doch dann geschah das Unvorhersehbare: Der Italiener lag in dieser Woche im Achtelfinale des ATP-Turniers in Kitzbühel mit 5:7 und 0:3 gegen den Serben Dusan Lajovic zurück — und gab schließlich verletzt auf. Eine Rückenblockade machte das Weiterspielen unmöglich. Doch seitdem hatte Seppi auch mit den Verantwortlichen des TK Kurhaus keinen Kontakt mehr, sein Mobiltelefon meldet nur lapidar „Der Teilnehmer ist zurzeit nicht erreichbar . . .“

„Das ist nicht die feine italienische Art“, ärgert sich Aachens Teamchef Alex Legsding, der dennoch für den Auftritt in Halle eine schlagkräftige Mannschaft an den Start bringen wird — nur ohne Andreas Seppi.

(rom)