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Aachen: TK Kurhaus startet mit junger und hungriger Mannschaft

Aachen : TK Kurhaus startet mit junger und hungriger Mannschaft

Es gab Zeiten, da zierte stolz das Bild eines Topspielers wie Philipp Kohlschreiber das Saisonheft des TK Kurhaus. Für die anstehende Spielzeit ist hingegen das Foto eines fünfjährigen Jungen abgedruckt. Programmatisch?

„Natürlich mussten wir schon in der vergangenen Saison mit einem reduzierten Etat hinkommen und verstärkt auf jüngere Spieler setzen“, sagt Alex Legsding, Teammanager des Tennisbundesligisten. „Aber diese Arbeit hat auch viel Spaß gemacht. Und auf die Saison können wir stolz sein, auch wenn die heftige Niederlage gegen Gladbach am letzten Spieltag schmerzhaft war.“

Auf Empfehlung von Trainer Dominik Meffert im Kurhaus-Team: Zwei-Meter-Mann Norbert Gombos. Foto: imago/Lackovic

Auch in der Saison 2017 wird Legsding wieder versuchen müssen, mit wenig viel zu schaffen. Und auch, wenn die Hoffnungen der Tennisfans sicher nicht auf einem Fünfjährigen ruhen müssen, dürfte die Zeit mit Meistertiteln in Serie — zwischen 2008 und 2013 nur einmal unterbrochen von Grün-Weiss Mannheim — und zwei folgenden Vizemeisterschaften wohl erst einmal Geschichte sein. Trotz des engeren finanziellen Spielraums steht auch in der kommenden Saison mit Alberto Bautista-Agut weiterhin ein sehr prominenter Name an der Spitze der Meldeliste des TK Kurhaus — Glücks- und Problemfall zugleich.

„Wir hatten eigentlich nicht damit gerechnet, dass Roberto Bautista-Agut noch eine Saison dranhängen würde. Doch er hat sehr großes Interesse gezeigt, auch in der anstehenden Saison für uns anzutreten“, schildert Alex Legsding den positiven Aspekt. Weniger erfreulich ist allerdings, dass sich der TK Kurhaus von Aljaz Bedene trennen musste, der in der neuen Spielzeit ebenso für Aufsteiger Weinheim aufschlagen wird wie Yannick Hanfmann. „Da Max Marterer nicht mehr unter die Junioren-Regelung fällt, hatte ich nur drei Startplätze für vier Spieler zur Verfügung“, schildert Legsding die Zwickmühle.

Ein weiterer prominenter Name wird ebenfalls auf der Meldeliste fehlen, wenn der TK Kurhaus zum Auftaktderby zum Nachbarn Blau-Weiss Aachen „reisen“ wird. „Wir waren mit Florian Mayer in Verhandlungen, als wir zufällig herausbekommen haben, dass er bereits beim Münchner Zweitligisten Großhesselohe unterschrieben hat“, macht Legsding aus seiner Enttäuschung keinen großen Hehl.

Doch dafür tauchen auch neue und neue alte Namen in der Kurhaus-Meldeliste auf: „Der Slowake Norbert Gombos ist uns von unserem Trainer Dominik Meffert sehr empfohlen worden“, sagt Legsding, der mit der Nummer 88 der ATP-Weltrangliste auf jeden Fall rein größenmäßig einen Ersatz für Mayer gefunden hat.

Dazu gesellen sich zwei Namen, die auch schon in früheren Jahren für den TK Kurhaus aufgeschlagen haben, dann aber durch langwierige Verletzungen zurückgeworfen wurden. Steve Darcis hatte eine schwere Schulterverletzung, aber wer den Belgier kennt, der weiß auch um sein Kämpferherz. Über den Umweg Bremerhaven ist der Daviscup-Spieler, der beim belgischen Sieg über Deutschland Alexander Zverev schlagen konnte, wieder zurück in den Kurpark gekommen.

Cedrik-Marcel Stebe hatte nach einer Hüft-OP seine Karriere fast schon beendet, sich doch noch einmal unter die Top 300 herangekämpft und entschieden, noch einmal durchzustarten.

So geht der TK Kurhaus erneut mit einer jungen und hungrigen Mannschaft in die Saison. Die Jagd nach dem Meistertitel dürfte nicht im Fokus stehen, aber vielleicht gelingt es ja, wieder für Überraschungen zu sorgen.