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Aachen: TK Kurhaus gegen Halle: „B“-Team oder ein Experiment?

Aachen : TK Kurhaus gegen Halle: „B“-Team oder ein Experiment?

Die Verantwortlichen des TK Kurhaus Aachen haben vor dem Saisonhöhepunkt der Tennis-Bundesliga ein Problem — und zwar ein alphabetisches:

Sollen Trainer Carsten Arriens und Teamchef Alexander Legsding dem bereits bewährten „B“-Team das Vertrauen schenken, oder sich auf ein Experiment einlassen, wenn es am Sonntag (11 Uhr) auf eigener Anlage zum Aufeinandertreffen des Tabellenführers und des TC Blau-Weiß Halle, als Zweiter der hartnäckigste Jäger um die Meisterschaft,,kommt?

Das „B“-Team, das wären (An-dreas) Beck, (Alja) Bedene, (Daniel) Brands und (Matthias) Bachinger. Die überraschende Alternative heißt Alexander Zverev, wächst auf die Zwei-Meter-Marke zu, ist gerade einmal 17 Jahre alt — und wird nicht erst seitdem auf eine Stufe mit Boris Becker gehoben ( Interview 2. Sportseite). Dem jungen Becker wohl gemerkt, der auch alphabetisch hervorragend in das Lambertz-Team gepasst hätte.

„Wer letztendlich die Einzel spielt, werde ich erst nach den Trainingseindrücken entscheiden“, lässt sich Kurhaus-Coach Carsten Arriens vor dem Aufeinandertreffen nur ungern in die Karten schauen. Die Rolle als Favorit sieht der 45-Jährige nur bedingt auf Seiten seiner Mannschaft, auch wenn der TK Kurhaus die Tabelle anführt und zudem den Heimvorteil hat. „Von der Papierform her ist Halle klar im Vorteil“, hofft Arriens dennoch auf den „Teamspirit“ als zusätzlichen Verbündeten. „Unser Pech ist das Glück von Halle“, hadert Arriens nur ein wenig damit, dass seine Top-Spieler bei der Masters-Serie in den Vereinigten Staaten antreten müssen. Zuletzt hat auch Carlos Berlocq als 43. gerade den Cut geschafft und steht ebenso wie Roberto Bautista-Augut nun nicht zur Verfügung.

Prunken kann der Titelverteidiger dagegen mit seiner Doppelbesetzung: Alle vier Spezialisten im Kader — neben den bereits eingespielten Dominik Meffert und Philipp Petzschner auch Andre Begemann und Frantisek Cermak — stehen bereit. Zudem ist auch der Faktor Psychologie auf Aachener Seite, denn während das verlustpunktfreie Lambertz-Team bereits mit einem Unentschieden zufrieden sein kann, um auch am letzten Spieltag gegen Mannheim noch alle Trümpfe für den sechsten Meistertitel in der Hand zu halten, sind die Gäste aus Westfalen auf einen Sieg angewiesen, um nicht nächste Woche gegen Reutlingen nur ein „Freundschaftsspiel“ ausrichten zu müssen.

Auch Aachens Teammanager Alex Legsding sieht die Trümpfe in dieser Partie auf Biegen und Brechen die Karten ein wenig einseitig verteilt: „So wie es aussieht, kann Halle hier mit den ersten vier Spielern aus seiner Mannschaftsliste hier auftrumpfen.“