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Köln: Terodde soll für Gefahr sorgen

Köln : Terodde soll für Gefahr sorgen

Fast auf den Tag genau fünf Monate ist es her, dass der 1. FC Köln seinen Anhang im eigenen Stadion über einen Sieg jubeln ließ: 2:0 über Bayer Leverkusen, die drei Punkte ließen den FC damals den letzten Tabellenplatz verlassen.

Andere Liga, andere Saison, denn weil kein weiterer Heimsieg mehr gelingen wollte, empfängt die Elf von Trainer Markus Anfang am Samstag (13 Uhr) nun Erzgebirge Aue aus dem Fernen Osten und nicht den hassgeliebten Werksklub aus der Nachbarstadt.

Der Start ins Fußball-Unterhaus hätte durchaus glorioser ausfallen können, denn dem glücklichen 2:0 beim VfL Bochum folgte die weniger glückliche Punkteteilung gegen Union Berlin. Und so beziehen die FC-Spieler und ihr Trainer ihre Zuversicht und ihr Selbstbewusstsein aus einer ganz anderen Richtung: „Klar, nehmen wir viel Positives aus dem Pokalerfolg gegen den BFC Dynamo mit“, meint Anfang, relativiert das Schützenfest gegen den Regionalligisten aber umgehend: „Neun Tore werden wir in der Meisterschaft wohl nicht schießen. Aber wir haben es geschafft, uns Chancen herauszuspielen und zu verwerten.“

Ordentlich gegen gefährlich

Nicht unerheblichen Anteil an der gelungenen Chancenverwertung hatte Mittelstürmer Simon Terodde, der mit seinem Viererpack nachhaltig Werbung dafür gemacht hat, dass sein Name gegen Aue in der Startformation auftaucht. „Jhon Cordoba hat zwei ordentliche Spiele gemacht“, denkt Anfang vor dem Spiel laut nach, „aber Simon Terodde hat gezeigt, dass in der Box wahnsinnig Gefahr von ihm ausgeht“. Und das Ergebnis dieser Gegenüberstellung verkündet der 44-Jährige auch erstaunlich offen vor der Partie: „Die Tendenz ist so, dass wir Simon aufstellen.“ Übersetzt in Klardeutsch: Der 30-Jährige wird in der Startformation stehen.

Sichere Restverteidigung

Aue ist mit einem Punkt und null Toren alles andere als optimal aus den Startlöchern gekommen, und so wird beim Aufwärtsauftritt beim FC eine ähnliche Taktik wie von Union Berlin zu erwarten sein — nur verschärfter: Die Erzgebirge-Spieler werden defensiv extrem kompakt stehen und auf Konter lauern. Die FC-Antwort darauf soll allerdings überzeugender ausfallen, als beim Heimauftakt: „Gegen Union waren wir optisch überlegen, haben aber keine Torchancen kreiert“, resümiert der FC-Trainer. „Und defensiv muss die Restverteidigung dafür sorgen, dass wir uns keine Konter fangen.“

Bleibt also die Frage, welche Spieler für die nötige defensive Stabilität sorgen sollen, wenn die offensive Speerspitze schon feststeht. Anfang hat dabei die Qual der Wahl: Außer Benno Schmitz (noch nicht im Teamtraining) und Nikolas Nartey (Knochenödem im Sprunggelenk) stehen alle Spieler zur Verfügung.

Lediglich für Marco Höger käme nach seiner 50-tägigen Verletzungspause ein Startelfeinsatz am Wochenende wohl noch zu früh. „Marco hatte nicht viel Spielpraxis in der Vorbereitung, aber er kann der Mannschaft wichtige Impulse geben, wenn er eingewechselt wird.“

„Impulse“ werden wohl auch von den Zuschauerrängen kommen: „Die Leute erwarten, dass wir gut starten und die Heimspiele dominieren und auch gewinnen. Das ist uns bewusst“, meint FC-Keeper Timo Horn.