Wegberg-Beeck: Tabellenführer im Waldstadion

Wegberg-Beeck: Tabellenführer im Waldstadion

Das Pokal-Aus bei Viktoria Köln war schnell abgehakt. Viel Zeit, das 0:4 von Höhenberg zu verarbeiten, hatte der FC Wegberg-Beeck auch nicht. Schon am heutigen Freitag (19.30 Uhr) wartet die nächste Herkulesaufgabe auf die „Kleeblätter“. Mit der U 23 von Borussia Mönchengladbach gastiert kein Geringerer als der Tabellenführer der Fußball-Regionalliga im Beecker Waldstadion.

Selbst mit der Erkenntnis, dass es für das abgeschlagene Schlusslicht der Rangliste in dieser Saison keinen leichten Gegner geben wird, ist diese Aufgabe besonders anspruchsvoll. „Bei Borussia Mönchengladbach II ist im Kader von 1 bis 24 Qualität“, weiß Beecks Teamchef Friedel Henßen. Auch wenn er bei seinen jüngsten Beobachtungsreisen erkannt hat, dass die Spielfreude des Gegners nicht mehr ganz so groß ist wie über weite Strecken der Hinrunde. In den beiden Heimspielen der Rückrunde (Alemannia Aachen und Schalke 04 II) ließ sich das Borussia-Team von Trainer Arie van Lent jeweils einen 2:0-Vorsprung abnehmen. „Du darfst dieser Mannschaft aber keinen Raum geben“, sagt Henßen auch. „Du darfst sie sich nicht fußballerisch entfalten lassen.“

In zwei Begegnungen dieser Saison gab es für den FC Wegberg-Beeck nicht viel zu holen gegen Borussia Mönchengladbach II. 0:7 hieß es im Sommer in einem Testspiel im Waldstadion — da saß Andre Schubert noch auf der Trainerbank der Gladbacher —, 0:5 in der Hinrunde der Regionalliga im Rheydter Grenzlandstadion. Doch Henßens Mannschaft hat sich seitdem auch entwickelt. „Wir haben im Pokalspiel 45 Minuten lang gezeigt, dass wir selbst gegen Viktoria Köln mithalten können. Das müssen wir diesmal über 90 Minuten schaffen.“

Tatsächlich machten die Beecker im Mittelrheinpokal-Viertelfinale in der Domstadt eine Halbzeit lang eine ordentliche Figur. „Wir hatten bei allen vier Toren die Gelegenheiten, sie zu verhindern“, streicht Henßen heraus. „Wir hatten sogar gute Chancen nach dem frühen 0:1, den Ausgleich zu schaffen. Wir nutzen unsere Chancen nicht, und unter dem Strich steht dann ein 0:4, obwohl wir es lange Zeit gar nicht so schlecht gemacht haben.“

Was er seinem Kader allerdings ankreidet, ist die Tatsache, dass die Spieler in vielen Situationen einfach zu brav sind. „In einem Pokalspiel nur eine Gelbe Karte wegen eines taktischen Fouls zu kassieren, sagt doch alles“, stellte der Teamchef „einen Tick fehlende Aggressivität“ fest. Die Aggressivität will er heute Abend gegen den Tabellenführer sehen. Auf dem Index steht dann aber jedes Risiko in der Defensive und im Spielaufbau. „Wir müssen klar und einfach spielen“, sagt Friedel Henßen. „Und wenn es notwendig ist, muss auch mal ein Ball auf die Tribüne gedonnert werden.“

Personell gibt es eine Veränderung. Philipp Schröder hat sich im Training einen Kreuzbandriss zugezogen, er fällt aus. Henßen: „Er hat eine gute Vorbereitung gespielt, stand auf dem Sprung ins Team. Das ist bitter.“

(gk)
Mehr von Aachener Zeitung