1. Sport

Düren: Sven Anton und die Kluft zwischen Jung und Alt

Düren : Sven Anton und die Kluft zwischen Jung und Alt

Sven Anton redet selten um den heißen Brei herum. Der spielende Co-Trainer des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren ist bekannt für seine deutlichen Worte.

Nach der 0:3-Niederlage in Moers charakterisierte Anton seine Mannschaft als ein „ein seelenloses Weichei-Team”.

Samstag erwartet Düren den VC Eintracht Mendig. Auch die Rheinland-Pfälzer haben drei (Heim-)Spiele in Folge verloren. Mit Sven Anton sprach vor dem prestigeträchtigen Derby AZ-Redakteur Franz Sistemich.

Bereuen Sie die Bezeichnung „seelenloses Weichei-Team”?

Anton: Nein. Warum auch? Mit Blick auf die Begegnung in Moers stimmt die Aussage voll und ganz.

Wie groß ist denn noch Ihr Ärger über den Auftritt in Moers?

Anton: Relativ groß. Aber wir müssen nach vorne schauen und positiv denken. Nachkarten hilft nicht. Schließlich kommt am Samstag Mendig. Und die Eintracht wollen und müssen wir schlagen.

Mendig hat drei Heimspiele in Folge verloren. Auf wem lastet größerer Druck?

Anton: Der Druck ist für beide Teams gleich. Wenn wir gewinnen, sind wir wieder an Mendig dran. Und wir setzen alles daran, schließlich sind wir unseren Fans die Rehabilitation schuldig.

Aber lastet auf Evivo nicht der größere Druck, haben doch die Gesellschafter der Volleyball-GmbH am Dienstag vor versammelter Mannschaft deutliche Worte gesprochen.

Anton: Es ist richtig, dass die Gesellschafter einige wichtige Worte gesprochen haben. Schließlich geht es nicht nur um uns, sondern wir haben auch eine Verantwortung gegenüber dem Verein, den Fans, den Mitarbeitern.

Es scheint, als gebe es zwar keine zwischenmenschlichen Probleme zwischen den Spielern, aber unterschiedliche Berufsauffassungen.

Anton: Es ist nicht zu bestreiten, dass zwischen Routiniers und jungen Spielern in dieser Frage eine Kluft besteht. Aber ich bin sicher, dass sie verschwindet.

Sehen Sie positive Ansätze?

Anton: Ich glaube schon, dass sich die jungen Spieler an die eigene Nase packen und jeder in der Mannschaft 20 Prozent mehr aus sich herausholt. Schließlich wollen wir mit einem Sieg über Mendig die Wende einleiten.