Eschweiler/Aldenhoven: Stienen siegt „vor der eigenen Haustür“ beim Indeland-Triathlon

Eschweiler/Aldenhoven: Stienen siegt „vor der eigenen Haustür“ beim Indeland-Triathlon

Sie ist am Ziel ihrer Träume angekommen. Lokalmatadorin Astrid Stienen hat die neunte Auflage des Indeland-Triathlons über die Mitteldistanz gewonnen. Die Triathletin vom Brander SV gab sich nach dem Sieg allerdings ein wenig zurückhaltend: „Es ist schon nett, vor der eigenen Haustür in der Siegerliste aufzutauchen.“

Die „Generalprobe“ vor dem von ihr geplanten Ironman-Lauf in Frankfurt, der EM, verlief also „perfekt“ für die Aachener Kinderärztin, obwohl sie „aus vollem Trainingsumfang“ in die Veranstaltung gestartet war: „Das ist ein gutes Omen.“ Ambitionierte Ziele darf sie sich ruhig stecken, schließlich gewann sie im vergangenen Jahr einen Ironman in Schweden.

Erfüllt sich den Traum vom „Sieg vor der Haustüre“: Die Aachenerin Astrid Stienen gewinnt bei den Frauen über die Mitteldistanz.

Zuerst Zweifel gehegt

Wiederholt seinen Vorjahreserfolg: Johann Ackermann.

Am Eschweiler Blausteinsee stürzte sich Stienen in die Fluten, absolvierte die geforderten 1,9 Kilometer in 27:41 Minuten. Danach ging es auf dem Rad weiter, und Stienen fragte sich zunächst noch, ob sie auch „warm genug angezogen“ war.

Knapp zwei Minuten vor der Konkurrenz im Ziel: Thomas Schulte siegt auf der Kurzdistanz.

Dennoch spielten die Temperaturen am Sonntag nicht ganz wie erhofft mit. Zumindest blieb es trocken. Mit und mit wurde es zudem wärmer. Und weil Stienen „schnell genug“ fuhr, wurde ihr auch nach wenigen Kilometern warm. „Auf dem Rad habe ich gemerkt, dass meine Beine voll da sind und es mein Tag werden kann“, so die Aachenerin, die zunächst Zweifel gehegt hatte, ob es für ganz oben auf dem Treppchen reichen würde, später.

Faires und fachkundiges Publikum gab es beim Indeland-Triathlohn nicht nur im Zielbereich — hier der Zweitplatzierte Fabian Rahn —, sondern an der gesamten Strecke. Foto: Jagodzinska

Die anderen Teilnehmer — „1542 insgesamt sind ein neuer Starterrekord“, wie der Schirmherr, Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn, verkündete — hatten sie zuvor als Favoritin in ihrer Disziplin ausgemacht. „Wenn der Sieg erwartet wird, ist das schon eine kleine Last“, hatte Stienen einen „Rucksack“ zu tragen. Auf dem Rad legte sie 88 Kilometer entlang des Tagebaus, der das Indeland prägt, in 2:18:08 Stunden zurück, auch wenn sie unterwegs „wie immer mit Gegenwind in manchen Abschnitten“ zu kämpfen hatte.

Verlegte Wechselzone

Es folgte eine Neuerung auf der Stienen eigentlich bestens bekannten Strecke. „Die zweite Wechselzone — vom Fahrrad in die Laufschuhe — wurde in diesem Jahr erstmals in den Aldenhovener Römerpark verlegt.“ Also rund 500 Meter näher am Zuschauertreiben als zuvor. „Für das Publikum ist das super so. Schön zentral, viel Aktion. Zwar sank man auf der Wiese tief ein, stimmungsmäßig war es aber klasse“, strahlte Stienen und gab ob der Zuschauermassen zu: „Diesmal hatte ich keinen so starken Tunnelblick, sondern immer auch ein Auge für das Umfeld.“

So konnte die Aachener Athletin Runde für Runde mehr Anfeuerungsrufe wahrnehmen: „Das ist bei dieser Veranstaltung ohnehin einmalig. Es ist ein Event, das jeder Triathlet einmal bestritten haben sollte. Motivation durch das Publikum und Verpflegung an der Strecke lassen keine Wünsche offen. Vom Start bis zum Ziel ein hervorragend organisierter Triathlon.“

Und dann machte Stienen dem Veranstalter mit einem Augenzwinkern ein Sonderlob: „Es wurde sogar perfektes Wetter gebucht.“ Die letzte Disziplin, das Laufen über 20 Kilometer meisterte Stienen in 1:19:43 Stunden und verbuchte so eine Gesamtzeit von 4:10:31 Stunden. Und so zerriss Astrid Stienen das Band des Zieleinlaufs als Erste, weil sie „alles abrufen“ konnte, was sie sich vorgenommen hatte.

Auch Spelthahn würde teilnehmen

Beste Bedingungen, die selbst Spelthahn ein Geständnis entlockten: „Ich bin vom ersten Tag an bei diesem Projekt dabei gewesen und es reizt mich als sportbegeisterten Menschen, hier eines Tages auch — zumindest als Schwimmer in einer Staffel — anzutreten. Es ist schön zu sehen, wie der Wettbewerb Jahr für Jahr gewachsen ist. Die Zuschauerresonanz ist fantastisch. Hoffentlich sind im nächsten Jahr noch einmal mehr Menschen mit dabei — egal ob Zuschauer oder Teilnehmer. Alle freuen sich schon riesig auf den 10\. Indeland-Triathlon, der am 25\. Juni 2017 stattfinden wird.“

Hinter Astrid Stienen liefen Mareen Hufe (Voerde; 4:22:13) und Danne Boterenbrood (Ferro Mosae/Maastricht; 4:25:02) ins Ziel ein. Die Mitteldistanz der Männer entschied wie schon im Vorjahr Johann Ackermann (Mach3 Köln; 3:51:41) für sich. Er verwies Fabian Rahn (Kölner Triathlon Team; 3:52:35) und Matthias Epping (Uerdingen; 3:57:40) auf die folgenden Plätze.

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