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Köln: Ruthenbeck will mit Teamgeist und Identifikation um die Klasse kämpfen

Köln : Ruthenbeck will mit Teamgeist und Identifikation um die Klasse kämpfen

Am Zusammenhalt wird es nicht scheitern, das hat Stefan Ruthenbeck am Donnerstag noch einmal klargestellt: „Vielleicht wird das der Punkt sein, der am Ende den Ausschlag dafür gegeben hat, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben“, sagte der Trainer des 1. FC Köln vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr) bei der TSG Hoffenheim.

„Wenn du dich mit einem Verein identifizierst, gibst du mehr, als wenn du mit den Gedanken schon woanders bist“, erklärte er — und gönnte sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung Konkurrenz: „Ich habe gelesen, dass sich anderswo schon Spieler, die noch mitten im Abstiegskampf stecken, mit anderen Vereinen befassen. So etwas wird bei uns nicht öffentlich ausgetragen“, meinte Ruthenbeck.

Die Stimmung auf dem Trainingsplatz beeindruckt den Coach. „Man spürt, dass der Glaube da ist, dass wir es noch schaffen können.“ Schon am Mittwoch hatte Torhüter Timo Horn erklärt, auch im Falle des Abstiegs seine Zukunft nicht zwangsläufig bei einem anderen Klub zu sehen. Seinen Trainer wundert das nicht. „Die Aussagen von Timo sind für mich nichts Besonderes, weil wir das auch so schon gespürt haben. Ich glaube, dass diese Mannschaft auch bei einem Abstieg nicht auseinanderbricht.“

Auch Nationalspieler Jonas Hector erwägt einen Verbleib beim 1. FC Köln. „Jonas hat vergangenes Jahr dem FC Barcelona abgesagt. Wenn er nun nach einem Abstieg gehen würde, wäre es das Normalste der Welt“, sagte Ruthenbeck. „Aber es ist längst nicht klar, dass er geht.“ An Hector, der für eine fixe Ablöse von rund acht Millionen Euro gehen dürfte, sollen der FC Bayern und Borussia Dortmund Interesse zeigen.

Den Abstieg versucht Köln derzeit mit aller Kraft zu vermeiden. „Wir müssen weiter Siege einfahren“, sagte Ruthenbeck vor dem Gastspiel in Hoffenheim. „Wir sind in der Pflicht, denn ich glaube, dass die Konkurrenz am Wochenende punkten wird.“ Hoffen dürfen die FC-Fans auf Leonardo Bittencourt. Nach überstandenem Virus absolvierte der Techniker am Donnerstag das volle Trainingsprogramm. „Er ist auf jeden Fall ein Kandidat für die Startelf“, freute sich Ruthenbeck. Ebenfalls wieder voll einsatzfähig sind Stürmer Simon Terodde und Mittelfeldmann Matthias Lehmann.

Fünf Punkte liegen die Kölner noch vom rettenden Ufer entfernt. Ein Sieg in Hoffenheim brächte sie — je nachdem wie die direkten Konkurrenten Mainz und Wolfsburg spielen — in die Lage, mit einem Sieg im nächsten Heimspiel gegen den FSV bereits die Nichtabstiegsplätze zu erreichen.

Die neuen Aussichten sorgen jedoch nicht für Euphorie am Geißbockheim. „Wir sind noch relativ gelassen und singen in der Kabine nicht ‚Nie mehr 2. Liga‘. Es sind ja nach wie vor fünf Punkte Rückstand.“ Bei allem Respekt vor der Hoffenheimer Offensivgewalt wollen die Kölner mutig spielen: „Wir dürfen keinen Schlagabtausch zulassen. Das heißt aber nicht, dass wir sie nicht attackieren werden“, meinte Ruthenbeck. (mit dpa)

Voraussichtliche Aufstellung: T. Horn - Meré, Maroh, Heintz - Risse, Koziello, Höger, Hector - Bittencourt, Osako - Terodde