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Fußball-Mittelrheinpokal: Weite Fahrt und „knackige Aufgabe“

Fußball-Mittelrheinpokal : Weite Fahrt und „knackige Aufgabe“

Fußball-Mittelrheinpokal: Millich muss nach Waldbröl. Waldenrath-Straeten trifft auf Prominenten, Heinsberg-Lieck „kennt“ Gegner.

Während der große „Pokalknaller“ der ersten Mittelrheinrunde zwischen Union Schafhausen und dem FC Wegberg-Beeck erst am 3. November ausgetragen wird und Germania Teveren ein Freilos gezogen hat, sind die übri­gen fünf Mannschaften aus dem Kreis Heinsberg an diesem Donnerstag im Einsatz.

SV Helpenstein – SV Frielingsdorf (Do., 19.30): In der Liga läuft es für Helpenstein bestens. Nun will man auch im Pokal weiterkommen. Die Voraussetzungen sind sehr gut. Während der SV in der Bezirksliga 4 ganz oben mitmischt, ist der Gast aus dem Kreis Berg Tabellenletzter der Bezirksliga 1, landete aber am vergangenen Sonntag den ersten Saisonsieg (1:0 gegen den Tabellenfünften FC Leverkusen). Helpensteins Trainer André Lehnen will keine Überraschung erleben. Deshalb nahm er den Gegner unter die Lupe. Kleine Änderungen wird es im Team geben. „Wir werden ein bis zwei Spieler schonen“, kündigte Lehnen an.

1. FC Heinsberg-Lieck – 1. FC Spich (Do., 20.00): Heinsberg-Lieck trifft auf einen Landesligisten mit vielen erfahrenen Spielern. In der Liga ist Spich Neunter, hat aber mit Lukas Püttmann (sechs Treffer) einen torgefährlichen Spieler, der Mittel- rheinliga-Erfahrung (Bergisch Gladbach, Friesdorf) mitbringt. Den Gast hat Heinsberg-Liecks Trainer Michel Noethlichs vor einiger Zeit eher zufällig gesehen. Mit seinem damaligen Team von GW Karken spielte er im Trainingslager in Hennef gegen Spich II. „Anschließend spielte die erste Mannschaft, das Spiel habe ich mir angesehen“, sagt Noeth­lichs. Natürlich hat es seit dieser Zeit Änderungen geben. An einem guten Tag und wenn sich alle reinhängen, hat Heinsberg-Lieck sicher eine Chance. Ein Vorteil könnte auch der Platz sein. Denn Flutlicht gibt es im Seestadion nur auf der Asche.

SG Union Würm-Lindern – FV Wiehl (Do., 20.00, in Würm): Das wird eine echte Herausforderung für die SG. Der Tabellenführer der Landesliga 1 gibt seine Visitenkarte ab. Der FV kommt auf 22 Punkte, die er mit nur 16:8 Toren erzielt hat. Die SG hat sich in der Bezirksliga auf dem vierten Platz festgesetzt – mit Tendenz nach oben. Die stabile Defensive, ein starkes Mittelfeld und schnelle Angreifer sind die Trümpfe, die bei Würm-Lindern stechen könnten. In vergangenen Jahren hat man im Mittelrheinpokal schon höherklassige Gegner ausgeschaltet.

SC Elsdorf – SV Viktoria RW Waldenrath-Straeten (Do., 19.30): Auf einen Prominenten trifft Waldenrath-Straeten beim A-Liga-Tabellenzweiten des Kreises Rhein-Erft. Seit einer Woche ist dort Ex-Profi und Ex-Nationalspieler Christian Schreier, der 1996 und 1997 auch beim FC Wegberg-Beeck spielte, Trainer. Von seinem Vorgänger Thomas Graf hatte man sich getrennt, weil man das Aufstiegsziel in Gefahr wähnte. Mit Schreier gelang ein 4:0-Sieg bei GKSC Hürth. Waldenrath-Straeten ist also bei einem sehr ambitionierten Team zu Gast. Handicaps sind die Auswärtsfahrt an einem Wochentag und das immer noch fehlende Personal.

RS Waldbröl – Roland Millich (Do., 19.30): „Wir freuen uns trotzdem drauf, es ist unser Europapokal“, sagt Millichs Trainer Nils Brandt.  Die Spieler mussten Urlaub nehmen, denn die einfache Fahrtstrecke nach Waldbröl beträgt 143 Kilometer. „Es wird eine knackige Aufgabe“, weiß Nils Brandt. Denn RS Waldbröl sei kein typischer B-Ligist. Unter anderem seien die schnellen Außenspieler zu beachten. Informationen über den Gegner hatte Brandt über Dirk Ruhrig, Sportdirektor des Mittelrheinligisten 1. FC Düren, bekommen. „Wir werden uns darauf einstellen“, so Brandt vor der Partie auf dem Kunstrasenplatz.  Der Trainer hat so seine Erfahrungen im Mittelrheinpokal gemacht. Mit Heinsberg-Lieck musste er vor wenigen Jahren zum Landesligisten Bonn-Endenich, wo sich 30 Zuschauer verloren. Mit Teveren spielte er auf der Asche in Kall, brachte dann Dremmen mit drei gehaltenen Elfmeter beim SV Weiden weiter. „Die Ultras des 1. FC Köln waren dabei“, erinnert sich Nils Brandt. Zweiter Torwart war er, als Teveren die Zweitvertretungen von Bayer Leverkusen und Alemannia Aachen ausschaltete und im Viertelfinale im Kölner Südstadion bei Fortuna Köln mit 1:4 verlor.

„Pokalerfahrung“ bringen noch Manuel Memenga, Kevin Rapp, Dennis Schieren, Kilian Schmitz und Danny Richter mit.  Richter fällt aber noch mit einer Zerrung aus. Millich hat sich in der A-Liga stabilisiert und Anschluss an die Spitzengruppe gefunden. Nicht mehr dabei ist Yannick Schenesse, der zum SV Helpenstein wechseln wird. In der Winterpause wird Millich personell nochmal nachlegen. Vorher strebt man aber die zweite Pokalrunde ein, die dann einen großen Gegner bringen soll.

FRAUEN

TuS Homburg-Bröltal – SV Viktoria RW Waldenrath-Straeten (Mi., 19.30): Mittelrheinligist Waldenrath-Straeten geht als Favorit ins Spiel. Die Gastgeberinnen sind derzeit Zweiter der Bezirksliga, Staffel 1. Im rund 150 Kilometer entfernten Nümbrecht dürfte ein besonders Augenmerk auf Torjägerin Maxine Herweg (acht Treffer) liegen; der Gast will dem Gegner durch frühes Pressing den Zahn ziehen. Die Viktoria setzt selbst auf ihre Offensive, die TuS-Abwehr mit 13 Gegentreffern scheint nicht stabil zu sein. Trainer Olaf Roggen vertraut hinten Torfrau und Spielführerin Sabrina Theihsen, die erst vier Gegentreffer kassierte. Vorne hofft die Offensive auf viele Chipbälle, die man dann verwerten möchte. 

SV Schwanenberg – SC Selfkant (Do., 19.30): Gleich zweimal treffen die beiden Mannschaften aus dem Kreis Heinsberg innerhalb von vier Tagen aufeinander. Am Donnerstag geht es um den Einzug in die zweite Mittelrheinpokalrunde, am Sonntag um Bezirksligapunkte. Schwanenberg erreichte als Kreispokalfinalist der vergangenen Saison (1:12 gegen Waldenrath-Straeten) den Wettbewerb, der SC Selfkant als Finalist der aktuellen Spielzeit (0:3 gegen Uevekoven). Besser in die Saison gestartet ist Selfkant (13 Punkte), während Schwanenberg (fünf Punkte) erst am letzten Spieltag vor der Herbstpause den ersten Saisonsieg landen konnte (3:0 gegen den Kohlscheider BC). (sie/-agsb-)