Dortmund: Wegberg-Beeck hat ein Plus an Chancen, nutzt sie aber nicht

Dortmund: Wegberg-Beeck hat ein Plus an Chancen, nutzt sie aber nicht

Minute 64 — und dann sah Shpend Hasani Rot. Der Platzverweis für den Beecker Spieler war vielleicht die spielentscheidende Szene in der Partie bei Borussia Dortmund II.

1:0 führte die BVB-Zweite zu dem Zeitpunkt - weil der FC Wegberg-Beeck seine zahlreichen Chancen wieder nicht konsequent nutzte. Auch mit zehn Mann gab der Aufsteiger in die Fußball-Regionalliga nicht auf, unterlag aber mit 0:2.

„Das war nicht einfach zu spielen. Wir sind über das Ergebnis, aber nicht über die Leistung enttäuscht“, zog Beecks Teamchef Friedel Henßen Bilanz nach 90 Minuten auf dem tiefen Boden. Die Rote Karte für Hasani, für den das Fußballjahr beendet sein dürfte, stand im Mittelpunkt der Diskussionen. Vorausgegangen war ein Duell, in dem die Dortmunder Freistoß forderten, der Schiedsrichter aber — zu Recht — Vorteil für Beeck laufen ließ. Joshua Holtby, angespielt von Sebastian Willms, war schon auf dem Weg Richtung BVB-Tor, als der Unparteiische doch noch pfiff.

Dann lag Massimo Ornatelli plötzlich auf dem Boden — und Hasani sah Rot. „Ornatelli hat ihn geschubst, und Shpend hat zurückgeschubst“, erfuhr Henßen von seinem Spieler. „Das war höchstens Gelb, aber der Dortmunder hätte einen Preis für Schauspielkunst erhalten müssen“, urteilte Holtby, der direkt daneben stand.

In der ersten Hälfte hatten die Gäste sogar ein Chancenplus, wenn auch - vor allem zu Beginn - der BVB mehr Ballbesitz hatte und versuchte Druck zu machen. Holtby hatte die Gastgeber gleich in der 3. Minute überrascht. Sein präziser Freistoß von der Strafraumgrenze wurde von BVB-Keeper Dominik Reimann gerade noch mit den Fingerspitzen zur Ecke abgewehrt. Die BVB-Zweite war gewarnt — der Gast wollte sich nicht verstecken, spielte trotz nur einer Spitze - Shpend Hasani - gleich mutig nach vorne.

Der nächste Freistoß, die nächste Chance, diesmal auf der anderen Seite: David Sauerland schoss, doch der Nachschuss von Oliver Steurer (6.) ging knapp vorbei. Der BVB versuchte, Wegberg-Beeck zurückzudrängen, der Gast antwortete mit schnellen Kontern, wie dem von Sven Tobor, der Nico Czichi schickte. Doch dessen Schuss (13.) landete im Außennetz. Czichi mit dem Auge für den Mitspieler setzte Hasani in Szene, der vollendete. Doch der Schiedsrichterassistent hob die Fahne - eine sehr fragwürdige Entscheidung. Auch Mark Szymczewski (21.), Holtby (38.) per Freistoß, erneut Szymczwski (40.) und Hasani (44.) im Eins-gegen-Eins vergaben knapp.

Einen Moment war die Beecker Defensive unachtsam, stand ein wenig zu weit weg vom Gegenspieler — und schon schlug der BVB zu: Der nach der Pause eingewechselte Janni Luca Serra (56.) nahm den Ball sehenswert an und ließ Beecks Keeper Stefan Zabel keine Chance. „Ein Tor im Stile eines Torjägers“, erkannte auch Henßen fair an. Szymczewski (60.) hatte den Ausgleich auf dem Fuß - bedauerlicherweise auf dem linken, und so ging der Ball knapp vorbei. Nach einem Freistoß von Holtby (74.) schossen Freund und Feind im Gewühl knapp vorbei. Beeck steckte nicht auf, der eingewechselte Sahin Dagistan rutschte nur knapp am Ball vorbei - ohnehin ging die Fahne erneut hoch. Dann ein Fehler im Spielaufbau, der BVB kontert im eigenen Stadion, und Haymenn Bah-Traore (87.) kann freistehend vollenden.

„Bei dem Aufwand, den wir hier betrieben haben, und bei den vielen Chancen wäre ein Punkt für uns verdient gewesen“, durfte Henßen - fast - unwidersprochen Bilanz ziehen. Nur BVB-Coach Jan Siewert widersprach: „Der Punkt wäre nicht verdient gewesen - weil wir heute einfach gewinnen wollten. Für eine spielstarke U 23 ist der Boden schwierig, wir mussten daher heute sogar umstellen. Aber auch wenn wir auf dem tiefen Boden Kartoffel gefunden hätten - wir wollten einfach gewinnen.“ Aha…