Judo: Walheimer Risikofreude wird belohnt

Judo : Walheimer Risikofreude wird belohnt

Judo-Erstligist Hertha Walheim erkämpft sich ein 7:7 gegen den Tabellenführer Witten. Die Rekonvaleszenten Max Baczak und Jonas Pütz steuern wichtige Punkte zum Remis bei.

Das 7:7 des Judo-Erstligisten Hertha Walheim gegen SUA Witten gleicht einer mittelprächtigen Sensation. Schließlich gastierte der Tabellenführer in der Sporthalle des Inda-Gymnasiums. Trainer Frank Heynen war nach dem Teilerfolg zum Saisonabschluss förmlich „aus dem Häuschen“. Denn: „Heute haben unsere Rekonvaleszenten das Unentschieden für uns möglich gemacht.“ In dem Zusammenhang fielen vorrangig zwei Namen. Max Baczak (bis 81 kg), eineinhalb Jahre hatte er im Krankenlager verbracht, sicherte in zwei tollen Kämpfe beide Punkte und auch Schwergewichtler Jonas Pütz zeigte eine glänzende Vorstellung und steuerte einen weiteren Punkt für seine Mannschaft bei.

„Wir haben gepokert“

Pütz fiel nach einer Schulter-OP fast ein halbes Jahr aus. „Wir haben gepokert, aber die alte Regel, vier Ausländerpunkte und dazu noch drei Punkte mit Deutschen, ist heute aufgegangen“, durfte sich Trainer Heynen selbst auf die Schultern klopfen.

Durch den Erfolg von Pütz führte Walheim zwischenzeitlich sogar mit 7:6. Als Pütz gegen Jonas Schreiber am Ende gewonnen hatte, gab es kein Halten mehr. Denn Pütz‘ Gegner Schreiber gehört zu den besten Athleten Deutschlands und die entscheidende Wertung holte Pütz in allerletzter Sekunde. „Wir wussten, dass wir den letzten Kampf verlieren würden, deshalb war es so wichtig, dass Jonas diesen Punkt einsackt.“ Einen Glücksgriff tat Heynen auch mit dem Einsatz von Ivo Verhorstert. „Der Junge hatte bisher nie Zeit für uns“, grinste Heynen und war froh, den 66-Kilogramm-Athleten für diesen Kampf aktiviert zu haben. Verhorstert gewann vorzeitig und Heynen jubelte. „Er hat den EM-Fünften besiegt und nun hoffen wir, dass er Blut geleckt hat und öfter zu uns kommt.“

Weiterer kluger Schachzug

Einen weiteren klugen Schachzug nahm der Trainer auch mit dem Einsatz von Dennis Caro-Brasseur vor. Der 73-Kilogramm-Athlet schaffte ebenfalls einen Doppelsieg und sicherte somit ein Remis, an das Heynen „eigentlich nicht so richtig im Vorfeld geglaubt“ hatte. Aber die Risikofreudigkeit, gepaart mit der richtigen Taktik des Coaches, wurde letztlich belohnt und das Ergebnis stellte einen schönen Saisonabschluss dar. Der letzte Kampftag (5. Oktober) findet ohne Walheimer Beteiligung statt. Das Heynen-Aufgebot holte aus sieben Kämpfen sechs Punkte und liegt derzeit auf dem vierten Tabellenplatz.

Hinkampf Walheim – Witten 3:4: 81 kg: Max Baczak – Noel Appel 7:0, 60 kg: Lennart Goedecke – Jens Malewany 0:10, 90 kg: Arthur Westerkamp – Jesper Smink 0:7, 73 kg: Dennis Caro-Brasseur – Tim Malewany 10:0, 66 kg: Daniel Graf – Leon Philipp 0:10, + 100 kg: Jur Spijkers – Jonas Schreiber 10:0, 100 kg: Max Westerkamp - Simeon Catharina 0:10

Rückkampf Walheim – Witten 3:4: 81 kg: Baczak – Moritz Vieregge 7:0, 60 kg: Goedecke – Malewany 0:10, 90 kg: Arthur Westerkamp – Smink 0:10, 73 kg: Caro-Brasseur – Maxime Junghänel 10:0, 66 kg: Ivo Verhorstert – Lukas Romahn 10:0, + 100 kg: Jonas Pütz – Schreiber 7:0, 100 kg: Julian Lowis - Catharina 0:10

(mali)