Volleyball: Titelsammlerin Bina Rollersbroich träumt von einer WM-Medaille

Volleyball : Titelsammlerin Bina Rollersbroich träumt von einer WM-Medaille

Aachens ehemalige Bundesliga-Volleyballerin Bina Rollersbroich tritt mit dem deutschen Ü 50-Team beim „Global Cup“ an. Was sie genau in St. George erwartet? „Eine Wundertüte.“

Die Titelsammlung von Bina Rollersbroich ist durchaus bemerkenswert, und in diesem Jahr sind sogar noch ein paar Erfolge hinzugekommen. In der Halle ist die ehemalige Aachener Bundesliga-Volleyballerin mit dem TuS Waldniel Westdeutsche Meisterin und Deutsche Vizemeisterin (Altersklasse Ü 43) geworden, im Sand baggerte sie sich zum Titel bei den Westdeutschen und zu Platz zwei bei den Deutschen Meisterschaften (Altersklasse Ü 49).

Dass das Sportjahr 2019 noch ­seine Krönung erhält, daran hat Rollersbroich keinen Zweifel. Denn die 50-Jährige ist Teil der deutschen Nationalmannschaft, die vom 14. bis 17. Oktober im amerikanischen
St. George um Medaillen beim „Global Cup“ spielen wird.

Das internationale Volleyball-Turnier ist sozusagen die Weltmeisterschaft für Senioren, und Rollersbroich wurde von Bundestrainer Michael Wernitz in das 14-köpfige-Ü 50-Team berufen, das die deutschen Farben im Bundesstaat Utah vertreten wird. Vorausgegangen waren zwei Sichtungslehrgänge, in denen ­Rollersbroich Wernitz nicht lange von ihren Qualitäten überzeugen musste. „Das ist ein absoluter Traum“, sagt die Libera, die als Spielertrainerin in der zweiten Frauen-Mannschaft des Dürener TV in dieser Saison im Einsatz ist.

Zwei Mal hat sie sich mit ihren Mitspielerinnen, dem Bundestrainer und Co-Trainerin Birgit Kuhlmei im Vorfeld zu einem Trainingslager getroffen, einmal in Minden, einmal in Lohhof. „Einen Großteil des Teams kannte ich schon“, sagt Rollersbroich. „Ein paar Spielerinnen aber nur aus Zeitschriften.“ Gudrun Burschik zum Beispiel, die Volleyballerin des Jahres 1988, die 375 Länderspiele für Deutschland absolviert hat. Für Rollers-
broich ist es dagegen eine Premiere im Nationaltrikot, und sie wird sich mit internationalen Gegnern aus Kanada, Costa Rica, Mexiko und den USA erstmals messen.

„Was uns erwartet, wissen wir allerdings nicht. Die Gegner sind für uns wie eine Wundertüte“, sagt die Libera, die wie ihre Kolleginnen erst vor Ort erfährt, wie der Spielplan aussieht. Das deutsche Team sei im Vergleich zu der Mannschaft, die 2015 die Goldmedaille in St. George geholt hat, „nicht so großgewachsen, dafür vielleicht ein bisschen spielstärker. Einige Spielerinnen sind sogar noch in der Regionalliga aktiv“.

Vor zwei Jahren hat Deutschland kein Team bei der WM gestellt, „es ist ja auch eine Frage der Kosten“, sagt Rollersbroich. Eine finanzielle Unterstützung vom Deutschen Volleyball-Verband gibt es nicht, die Spielerinnen müssen die Reisekosten selbst tragen. Erschwert wird die Situation durch die Pleite des Konzerns Thomas Cook, „acht Spielerinnen fliegen von Frankfurt aus mit Condor, und wir wissen noch nicht mit Sicherheit, ob die Flüge stattfinden. Aber irgendwie kommen wir in die USA.“ Immerhin, die Nationaltrikots, eins in rot, eins in weiß, hat Rollersbroich bereits erhalten, „finanziert durch Sponsoren“.

Die Dürenerin geht auf jeden Fall hochmotiviert in das Turnier. „Unser Ziel ist es, eine Medaille zu holen. Es wäre toll, wenn wir ins Finale kommen würden“, sagt Bina Rollersbroich. Dann stünde fest, dass auch ihre persönliche Titelsammlung erweitert werden würde.

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