Aachen: Schwimmfestival: Europas Elite misst sich wieder in Aachen

Aachen: Schwimmfestival: Europas Elite misst sich wieder in Aachen

„Europas Elite misst sich in Aachen“ — so wirbt der Aachener Schwimmverein 06 für sein Internationales Schwimmfestival, das von Freitag bis Sonntag bereits die 48. Auflage erlebt.

„Wir freuen uns ganz besonders, dass wieder viele WM-Teilnehmer von Budapest und zahlreiche nationale Jahrgangsmeister den Weg nach Aachen antreten, um sich auf die bevorstehenden Highlights der Kurzbahnsaison vorzubereiten“, sagt Jochen von Arnim, bei Gastgeber Aachener SV 06 für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Auf der Bruststrecke unterwegs: Niklas Pes von der SG Euregio Swim Team.

Es gingen so viele Nennungen ein, dass nicht alle berücksichtigt werden konnten. „Wir haben allerdings keine Schwimmer abgewiesen, sondern Strecken zusammengestrichen“, erläutert von Arnim. Der Startschuss in der Aachener Osthalle fällt wie gewohnt am Freitagabend um 19 Uhr mit den Rennen über die langen Strecken, bei den Männern 1500 Meter und bei den Frauen 800 Meter Freistil.

Hier hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder Vera Niemeyer (SG Euregio Swim Team) gut in Szene gesetzt, die 2016 Dritte wurde und als einzige Starterin aus der Region aufs Podest schwamm. Mit ihrer Meldezeit von 9:14:85 Minuten rangiert sie auf Platz 9 der Meldungen. Die weiteren Abschnitte folgen am Samstag ab 12.30 und 18.30 Uhr sowie am Sonntag um 10.30 bzw. 15 Uhr. Insgesamt können die Athleten bis zu 8650 Euro an Preisgeldern erschwimmen.

Wie immer liegen zahlreiche Meldungen aus den Niederlanden vor, darunter zahlreiche Nationalschwimmer wie der frühere Vize-Europameister Joeri Verlinden, Kurzbahn-Weltmeister Jesse Puts oder auch Kim Busch, die bei der WM in Budapest Bronze mit der Oranje-Staffel über die 4 x 100 Meter Freistil holte.

Aus Brasilien kommt erstmalig Nelson da Silva Junior nach Aachen. Der 30-Jährige aus São Paulo, der mit 18 Jahren in die USA zog, gehört seit 2009 der brasilianischen Nationalmannschaft an. Bei den World-Cup-Meetings in Moskau, Singapur und Stockholm schwamm er jeweils ins Finale und war Schwimmer des Jahres des amerikanischen Hochschulverbandes NCAA, zweifacher NCAA-Meister und Rekordhalter.

In der Altersklasse Master schwamm er 2011 US-Rekord, holte zwei Silbermedaillen in Dubai und wurde brasilianischer Meister. Neben drei Titeln als Südamerika-Meister verbuchte er 2012 den brasilianischen sowie den Südamerika-Rekord und wurde zweifacher Brasilien-Meister. Zuletzt war er bei den Pan-Amerikanischen Meisterschaften (Gold über 4 x 100 Meter Lagen) und als Finalist bei den World-Cups in Chartres, Berlin und Moskau erfolgreich. Zudem hält der Brasilianer den Weltrekord der Masters über 50 Meter Rücken.

Besonders erfreulich sind die hohen Nennungszahlen aus Deutschland. „Es ist erstaunlich, wie viele Mannschaften aus dem Bundesgebiet zugesagt haben. Beispielsweise kommen Essen und Dortmund mit starken Teams“, freut sich auch von Arnim, denn in den vergangenen Jahren waren die ausländischen Gäste hochkarätiger vertreten. Unter anderem sind die mehrfachen Deutsche Meister Jessica Steiger und Poul Zellmann am Start ebenso wie Talente, darunter der Dortmunder Luca Nik Armbruster.

Natürlich sind wieder zahlreiche Schwimmer aus der Region am Start. „Angesichts der hochkarätigen Starterfelder darf man aber nicht zu viel erhoffen. Zumal wir erst seit vier Wochen wieder richtig im Training sind“, dämpft Michael Seeger, Cheftrainer des ASV 06, die Erwartungen. Seine Schwimmer hatten im vergangenen Jahr mit 30 persönlichen Bestzeiten aufwarten können. Am ehestens traut Seeger seinem Schützling Mateus Naves Brigido zu, an ein Finale heranschwimmen zu können. „Mateus war sechs Wochen auf Heimaturlaub in Brasilien und hat dort bei seinem alten Klub trainiert. Er hat zuletzt einen guten Eindruck hinterlassen“, so Seeger.