Radcross-DM: Dem Stolberger Marcel Meisen gelingt Titel-Hattrick

Radsport : Ein fast perfekter Wettkampf für Marcel Meisen

Nach der Titelverteidigung bei den Deutschen Meisterschaften im Radcross will der Stolberger Marcel Meisen bei der Weltmeisterschaft in Dänemark in die Top Ten fahren.

Viel Zeit, um seine erfolgreiche Titelverteidigung bei den Deutschen Meisterschaften im Radcross zu feiern, blieb Marcel Meisen nicht. Um 6 Uhr klingelte am Montagmorgen schon wieder der Wecker, der Stolberger fuhr von Kleinmachnow nach Berlin, um in den Flieger Richtung Valencia zu steigen. Von der spanischen Hafenstadt ging es weiter nach Benicàssim, wo sich der 30-Jährige mit seinen Teamkollegen von Corendon-Circus auf die Radcross-WM vorbereitet, die in knapp drei Wochen im dänischen Bogense ausgetragen wird. Ein Kleidungsstück durfte in seinem Reisegepäck natürlich nicht fehlen: das Trikot des Deutschen Meisters.

Viel Regen, matschige Strecke

Die Gefahr, dass der Stolberger es in diesem Jahr nicht tragen könne, hatte sich bereits am Sonntagmorgen verringert, da es in Kleinmachnow viel geregnet hatte und die Strecke matschig war. „Das sind für mich perfekte Bedingungen“, sagt Meisen und lacht. Und viel hat ihm auch nicht zu einem perfekten Wettkampf gefehlt.

Lediglich nach der ersten von acht Runden lag sein schärfster Konkurrent Sascha Weber (Saarbrücken) in Führung, „ich hatte aber immer das Gefühl, dass ich die Situation im Griff habe“, sagt Meisen. Der 30-Jährige verschärfte das Tempo, und kein weiterer Fahrer konnte ihm durch Sand und Matsch folgen. Bereits zur Hälfte des Rennens betrug sein Vorsprung mehr als eine Minute, „danach konnte ich etwas kontrollierter fahren“. Am Ende, nach 23,2 Kilometern in den Kiebitzbergen, fuhr Meisen als Erster durchs Ziel – erst nach weiteren 1:18 Minuten folgte ihm Manuel Müller (Wyhl), Weber wurde „mit etwas Pech“ Dritter.

Der Titel-Hattrick war perfekt, für Meisen war es nach 2015, 2017 und 2018 der insgesamt vierte Erfolg bei einer DM. In den kommenden Wochen will der 30-Jährige seine gute Form auch bei den Rennen in Pont-Château (Frankreich; 20. Januar) und in Hoogerheide (Niederlande; 27. Januar) unter Beweis stellen. „Die Konkurrenz wird da allerdings deutlich größer sein“, weiß Meisen.

Das Teilnehmerfeld ist hochkarätig besetzt, unter anderem treten der am Wochenende ebenfalls frisch gekürte belgische Meister Toon Aerts und Weltmeister Wout van Aert zu den letzten Wettkämpfen der Weltcup-Serie an. Nicht mit dabei ist Mathieu van der Poel. Der niederländische Spitzenfahrer und Teamkollege von Meisen befindet sich ebenfalls mit dem Corendon-Circus-Team im Trainingslager, im Gegensatz zum Stolberger verzichtet er aber auf die Rennen in Frankreich und den Niederlanden, um sich den Feinschliff für die WM zu holen. Denn van der Poel hat noch etwas gutzumachen, nachdem er im vergangenen Jahr bei der WM in Valkenburg als Favorit an den Start gegangen war, am Ende aber „nur“ auf Platz drei landete.

Auch Meisen hofft, dass es für ihn besser läuft, als bei der WM im Vorjahr (Platz 14). „Damals war meine Form nach einer schweren Saison nicht mehr so, wie ich mir das vorgestellt hatte“, sagt der Stolberger. „In diesem Jahr fühle ich mich gut.“ Und deshalb wäre es keine Überraschung, wenn Meisen in die Top Ten fahren würde. Es wäre das zweite Ziel, das er – nach seinem Meisterstück – 2019 erreichen würde.

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