Ringen: Rabbia Khalil kämpft sich durch

Ringen: Rabbia Khalil kämpft sich durch

Müde und erschöpft ist Rabbia Khalil von seinem großen Abenteuer zurückgekehrt. Intensive Wochen liegen hinter dem Ringer, der zuletzt für den Bundesligisten Eintracht Walheim auf der Matte stand.

In knapp zehn Tagen hat der palästinensische Auswahlkämpfer an zwei internationalen Turnieren teilgenommen.

Zunächst ging es für den 33-Jährigen mit dem Flieger nach Teheran. Von der iranischen Hauptstadt dann weiter nach Andimeschk, wo der „Takhti Cup“ (griechisch-römischer Stil) auf dem Programm stand. „Schon vor dem Eingang zur großen Kampfarena haben uns viele Menschen zugejubelt, so, wie man es bei uns eigentlich nur im Fußball kennt“, erinnert sich Khalil, der die große Aufmerksamkeit genoss, wie er ergänzt. „Von draußen konnte man die Stimmung in der Arena schon hören. Da ist mein Herz ein wenig höher geschlagen“, gibt er unumwunden zu.

Am Ende belegte Khalil nach zwei intensiven Wettkampftagen den fünften Platz in der Gewichtsklasse bis 77 Kilogramm. Im kleinen Finale unterlag der Kölner dem Kroaten Bozo Starcevic. „Ich wäre gerne mit einer Medaille abgereist“, sagt Khalil, „aber Platz fünf bei diesem Top-Turnier kann sich sehen lassen. Ich habe dem iranischen Verband versprochen, dass ich noch einmal teilnehmen werde.“

Über Teheran und Kiew ging es für einen kurzen Zwischenstopp zurück in die Heimat. Doch der Wechsel zwischen Frühlingswetter in Andimeshk und Kälte während der Rück­reise setzte seiner Gesundheit zu. Drei Tage lang wurde er wegen einer Erkältung mit Antibiotika behandelt, ehe es für Khalil weiter in Richtung Türkei ging. Beim Gedächtnisturnier „Vehbi Emre & Hamit Kaplan“ in Istanbul lief es für ihn nicht wie gewünscht. Gegen die Nummer eins der türkischen Nationalmannschaft und späteren Goldmedaillengewinner in der Klasse bis 77 Kilogramm, Fatih Cengiz, musste der angeschlagene Kölner in der Vorrunde die Segel streichen. „Er ist einen Kopf kleiner als die anderen Ringer in der Gewichtsklasse. Nicht nur ich hatte dadurch Probleme, sondern auch alle anderen, denn er gelangt so schneller an die Hüfte“, verdeutlicht Khalil, der dennoch ein positives Fazit zog: „Beide Turniere waren sehr hilfreich für meine Vorbereitung auf die bevorstehende Asienmeisterschaft im Iran. Meinem Trainer Yasar Yavuz ist klar geworden, dass ich körperlich kräftiger werden muss, um stärkeren Widerstand leisten zu können.“

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